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Lautstark gegen den Pflegenotstand

Protestaktion zahlreicher Altenpflegeheime Lautstark gegen den Pflegenotstand

Mit einer Protestaktion machten Mitarbeiter und Bewohner zahlreicher Altenpflegeheime landesweit auf den Pflegenotstand aufmerksam. Die Forderung: Mehr Wertschätzung!

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„Mehr Personal für die Altenpflege“ steht auf den Plakaten, die Bewohner und Pfleger hochhalten. Sie wollen auf den Pflegenotstand aufmerksam machen.

Quelle: Marie Schulz

Stadtallendorf. Nein, die Nachbarn des Altenpflegeheimes St. Bonifatius in Stadtallendorf haben wahrlich keinen Grund sich über die Heimbewohner zu beschweren.

Ruhig sind sie, höflich sind sie, immer zu einem kleinen Plausch aufgelegt. Am Dienstagmorgen aber, da war es vorbei mit der nachbarschaftlichen Ruhe. Da machten Bewohner und Pfleger gemeinsam mächtig Lärm. Mit Plakaten und selbstgebauten „Küchen-Trommeln“ versammelten sich ein kleines Protest-Grüppchen vor dem Eingang des Pflegeheimes.

Ziel der lautstarken Demonstration: Den Pflegenotstand endlich in das Bewusstsein der Politiker und auch der Bevölkerung zu rücken. Landesweit beteiligten sich zahlreiche Altenpflegeheime an der Aktion „Anpfiff für eine erstklassige Pflegepolitik“, die von der Liga der freien Wohlfahrtspflege organisiert wurde.

Heimleiter Georg Gnau nutzt die landesweite Protestaktion, um seinem angestauten Frust Luft zu machen. „Es fehlt einfach an Zeit und Personal“ bemängelt er. „30 Prozent unserer jetzigen Tätigkeit ist Bürokratie – und wir müssen das mit dem gleichen Personalbesatz bewältigen, wie vor vielen Jahren.

Schon Anfang der 80-er ging Gnau, damals frisch examinierter Altenpfleger, für ähnliche Forderungen wie heute auf die Straße. Mit Trillerpfeife im Mund und Plakat vor der Brust. Geändert, so bedauert der 54-Jährige, habe sich seitdem kaum etwas.

„Es gibt keine Bewegung in diesem Bereich. Es werden nur immer wieder Pflaster drauf geklebt. Es wird nicht der Mensch, sondern die Kosten in den Vordergrund gestellt.“

von Marie Lisa Schulz

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