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Hinterland Landwirte sollen neue Wege suchen
Landkreis Hinterland Landwirte sollen neue Wege suchen
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20:22 21.11.2013
Die Jubiläums-Festredner (von links) Erwin Koch, Vorsitzender des Vereins Ehemalige landwirtschaftliche Fachschulabsolventen Biedenkopf-Gladenbach und Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, Landrat Robert Fischbach, Dr. Konrad Schulz, der Präsident des Hessischen Bauernverbandes Friedhelm Schneider und Karl-Peter Mütze, Landesvorsitzender der ehemaligen Vereine.Foto: Helga Peter
Damshausen

„Sich informieren, weiterbilden und gemeinsam diskutieren“, das war der Leitgedanke, den 1964 der Kreisbauernverband und die beiden Vereine „Ehemalige Landwirtschaftsschüler Biedenkopf“ und „Ehemalige Landwirtschaftsschüler Gladenbach“ mit der Gründung eines Landwirte-Stammtisches umsetzten.

Damshausen ist nach wie vor der Ort, in dem sich die Landwirte seit 50 Jahren treffen. So auch am Dienstag zur Jubiläumsveranstaltung „50 Jahre landwirtschaftliche Fortbildung“, wozu Erwin Koch neben rund 50 Landwirten auch zahlreiche Ehrengäste begrüßte. Koch ist Vorsitzender des Vereins landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen Biedenkopf-Gladenbach und auch des Kreisbauernverbandes Marburg-Kirchhain-Biedenkopf.

Koch erinnerte an die bäuerliche Tradition im heimischen Raum und an den Gründungsgedanken eines „Landwirte-Stammtisches“, um sich gegenseitig zu stützen, denn gut ausgebildete Landwirte brauche die heimische Region. Koch sprach den Strukturwandel in den 50 Jahren an und zeigte sich besorgt um die Zukunft der heimischen Landwirtschaft. Es sei wichtig, diese zu erhalten - mit Menschen aus der heimischen Region. Es könne nicht die Zukunft sein, dass Lohnunternehmen die „Prärien“ sauber halten. Koch sprach auch die Beratungskosten für die Landwirte an, auf die unbedingt verzichtet werden sollte.

Landrat Robert Fischbach, der ehemalige Vorsitzende des Jubiläumsvereins, stellte die Veranstaltungsreihen zur Fortbildung als äußerst wichtig heraus. Die Landwirtschaft genieße einen hohen Stellenwert im Landkreis und dies werde so bleiben. Durch die Funktionalreform und die Eingliederung des Landwirtschaftsamtes sei in Zusammenarbeit mit Dr. Helmut Otto versucht worden, das Beste für die heimische Landwirtschaft zu erreichen. Ohne Strukturwandel werde es nicht gehen. Aber: „Es wird immer eine Chance bestehen“, so Fischbach.

„Wir müssen jeden Tag neu dazulernen“, sagte Friedhelm Schneider, Präsident des Hessischen Bauernverbandes. Er stellte Dr. Konrad Schulz und Albrecht Oesten als treibende Personen, Ideengeber und Initiatoren der Damshäuser Fortbildungsveranstaltungen heraus. Diese hätten sich gut bewährt und seien durch enge Zusammenarbeit zwischen den „Ehemaligen“ und dem Bauernverband gut zusammengewachsen. Wichtig sei, sich in diesem Berufsstand zu behaupten, Optimismus sei gefragt, es gelte Perspektiven und auch neue Märkte aufzuzeigen.

Schneider sprach den rasanten technischen Fortschritt und die Weiterentwicklung mit GPS-gesteuerten Maschinen und automatischen Melksystemen, moderner Stallhaltung und damit die Möglichkeit der hervorragenden Nahrungsmittelerzeugung an. Diese Chancen gelte es zu nutzen und weiterhin Fortbildung zu betreiben.

Dr. Konrad Schulz ließ die Historie aufleben. Dr. Wilfried Schlau, Leiter der Landvolkhochschule Friedrichsdorf sei es gewesen, der sich sehr für eine Weiterbildung der Fachschulabsolventen mit den Geschäftsführern der Kreisbauernverbände und der Bildung von Arbeitskreisen engagiert habe. Albrecht Oesten, damaliger Kreisgeschäftsführer des Bauernverbandes, habe den Arbeitskreis Biedenkopf gegründet und mit Adolf Reitz als Vorsitzenden des Vereins „Ehemaliger Biedenkopf“ und seiner Person weitergeführt, so Schulz.

Aus der Historie geht hervor, dass sich die in Biedenkopf 1920 und Gladenbach 1927 gegründeten Landwirtschaftsschulen 1964 schlossen. Die Absolventen der Schulen gründeten „Ehemalige Vereine“. Seit 1967 arbeiten beide Vereine mit dem Kreisbauernverband zusammen.

Grußworte sprach der Landesvorsitzende der „Ehemaligen“ Karl-Peter Mütze aus Alsfeld, der die Verdienste von Dr. Schulz würdigte. Es gelte junge Leute in die Vereinsvorstände zu integrieren und auch Frauen in die Vereinsarbeit einzubeziehen. Mütze führte in Bezug auf die Überlebenssituation der Betriebe aus: „Erzeugen kann jeder, verkaufen dagegen noch lange nicht.“

von Helga Peter

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