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Landrätin wirbt um aktive Bürger

Neujahrsempfang Landrätin wirbt um aktive Bürger

Erneut folgte Kirsten Fründt am Mittwochabend der Einladung zum Neujahrsempfang in Dautphetal. Die Landrätin warb vor 190 Zuhörern im Bürgerhaus Buchenau für eine vermehrte Beteiligung der Bürger an Entscheidungen.

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Landrätin Kirsten Fründt sprach vor rund 190 Gästen des Neujahrsempfangs der Gemeinde Dautphetal im Saal des Bürgerhauses Buchenau über Bürgerbeteiligung.

Quelle: Michael Hoffsteter

Buchenau. Über die Möglichkeit zur Teilnahme freue sie sich besonders, bekannte Kirsten Fründt am Rednerpult vor den rund 190 geladenen Gästen im Buchenauer Bürgerhaus, weil diese gemeinsame Veranstaltung der Gemeinde und des sehr engagierten Gewerbevereins „Unternehmen Dautphetal“ auch für einen guten, bürgerschaftlichen Geist stehe.

Damit schaffte die Landrätin den Brückenschlag zum Thema des Abends „Kommunalpolitik und Bürgerbeteiligung“ und befand sich fortan in ihrem Element. Fründt bezeichnete Bürgerbeteiligung nicht nur als einen ihrer Schwerpunkte seit ihrer Kandidatur im Jahr 2013. Sie sprach der Gemeinde auch ein weiteres Lob aus, diesmal für die Vorgehensweise beim Programm „Unser Dorf hat Zukunft“, welches mit einer „sehr breiten Bürgerbeteiligung in enger Abstimmung mit Kommunalpolitikern umgesetzt wird“ und als konkretes Projekt schon den Bürgerbus hervorbrachte.

Bürgerbeteiligung sei in Zeiten abnehmender Wahlbeteiligungen und Parteizugehörigkeiten­ bei gleichzeitigem verstärktem­ Partizipationsbedürfnis ein Wunsch, den sie aus eigener ­Erfahrung kenne. Ihr Credo ­lautet: Die Bürger wollen an Entscheidungen, zum Beispiel der Infrastruktur, beteiligt werden. Ihnen geben die elektronischen Medien mehr Möglichkeiten, an Informationen und Meinungen zu kommen, setzen sie aber auch der Gefahr von Gerüchten und Desinformationen aus, weshalb sich Mitarbeiter der Verwaltungen an der Kommunikation beteiligen müssen.

Zudem seien die Zeiten vorbei, in denen Verwaltungshandeln nicht infrage gestellt wurde, und es sei einfach effektiver, Bürger frühzeitig einzubinden, statt später in langwierigen Diskussionen Blockaden aufzuheben. Auch sei es klug, auf Kompetenzen der Bürger zurückzugreifen. Eine bessere und vermehrte Bürgerbeteiligung könne also eine parlamentarische Demokratie stärken und weiterentwickeln. Davon ist Fründt überzeugt.

Deshalb habe sie nach ihrem Amtsantritt in ihrer Stabstelle­ dem Fachdienst Ideen- und ­Beschwerdemanagement auch das Thema Bürgerbeteiligung anvertraut. Neben Schulungen von Mitarbeitern sei eines der ersten Ergebnisse der Dialoge­ zwischen Bürgern, Politikern und Verwaltungsmitarbeitern eine Bestandsaufnahme gewesen, die 170 Verfahren erfasste, die mittlerweile auf 190 zugenommen habe. Zudem entstand ein Beteiligungskonzept mit Leitlinien als Selbstverpflichtung für die Kreisverwaltung.

Als gelungene Beispiele für die Anwendung dieses bisher einmaligen Konzeptes nannte Fründt den Radverkehrs-Dialog. Dieser führte zum Beispiel zur Erkenntnis, dass die Bürger die Verkehrssicherheit für wichtiger erachten als die Experten. Die Politik sei wiederum am Zug, wenn es darum gehe, das Geld für die Projekte bereitzustellen. Ein auch in diesem Jahr noch laufendes Projekt sei jenes zur Biodiversität, um die Vielfalt der Flora und Fauna zu erhalten. Weitere Ziele dieses Jahres sind: Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund und ­Geringverdiener für Politik zu aktivieren oder der „Bildungsdialog“, der am 31. Januar mit einer Konferenz beginnt.

Zur Demonstration über die Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung im Landkreis brachte Fründt das Beteiligungskataster sowie weiteres Informationsmaterial mit, das sich die Gäste aus allen gesellschaftlichen ­Bereichen der Gemeinde anschauen konnten, bevor sie sich in Gespräche am Buffett vertieften.

von Gianfranco Fain

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