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Lahn-Dill-Bergland-Energie entsteht

Stromproduktionsgesellschaft Lahn-Dill-Bergland-Energie entsteht

Eine GmbH soll die Nutzung der Ressourcen an erneuerbaren Energien durch die im Verein Lahn-Dill-Bergland vereinten Kommunen bündeln. Die Bürger können sich über eine Genossenschaft beteiligen. Ende November werden die Vertreter der 12 beteiligten Kommunen über das Gesellschaftsmodell informiert, im Februar soll dann die Gründung eingeleitet werden.

Dautphe. „Es ist ein Modell, das den ersten Step, den Start der Lahn-Dill-Bergland-Energie ermöglicht“, erklärt Norbert Mai. Der ehemalige Angelburger Bürgermeister wurde im Rahmen seiner Tätigkeit bei der JPLH Consult GmbH vom Verein Lahn-Dill-Bergland beauftragt, die Umsetzung der Idee voranzutreiben.

Dabei geht es um die gemeinsame Nutzung aller Ressourcen an alternativen Energieformen in den Mitgliedsgemeinden des Vereins. Nachdem die langwierige Vorarbeit abgeschlossen ist, sollen die Entwürfe zur Gründung der Lahn-Dill-Bergland-Energie (LDBE) am Freitag, 30. November, im Kursaal von Bad Endbach den Vertretern der Fraktionen der Gemeindeparlamente und Stadtverordnetenversammlungen vorgestellt und das weitere Vorgehen beschlossen werden.

Haftung wird auf 100000 Euro beschränkt

Es soll eine Gesellschaft mit begrenzter Haftung entstehen, an der die Städte und Gemeinden Anteile in Höhe von 60 Prozent und sogenannte strategische Partner 30 Prozent halten. Mit welchen potenziellen Partner - es handelt sich um drei Interessenten - verhandelt wird, verrät Mai nicht, vermutlich sind es aber Unternehmen aus der Energie- und Finanzbranche. Der restliche Anteil in Höhe von 10 Prozent ermöglicht die Bürgerbeteiligung. Dazu soll bei Interesse eine Genossenschaft gegründet werden, die in der LDBE als Teilhaber firmiert. Die Aufgabe der LDBE wird sein, die bereits festgestellten Ressourcen zur Energiegewinnung mit den Rohstoffen Biomasse, Erdwärme, Sonne, Wasser und Wind auf dem Gebiet der Mitgliedsgemeinden auszuschöpfen und dazu ein koordiniertes Standortkonzept anzuwenden. Das Interesse der Teilhabe an einer Energieerzeugungsgemeinschaft hatten in einer verbindlichen Absichtserklärung die Städte Herborn (über die Stadtwerke) und Dillenburg sowie die Gemeinden Angelburg, Bischoffen, Dautphetal, Dietzhölztal, Hohenahr, Mittenaar und Siegbach und zudem Bad Endbach über den Eigenbetrieb Lahn-Dill-Bergland-Therme bekundet. Die Gemeinden Eschenburg und Ehringshausen halten sich die Möglichkeit zu eigenen Projekten offen.

Energiegewinnung für den Eigenbedarf

Vorgesehen ist, dass die gewonnene Energie in erster Linie zur Deckung des Eigenbedarfs der regionalen Gemeinschaft dient: erst für den der Kommunen, dann der Bürger und zuletzt des Gewerbes. Als weitere Vorteile zählt Mai auf:

nBessere Akzeptanz durch abgestimmtes Vorgehen und umfassende Bürgerbeteiligung.

nGemeinsames Auftreten gegenüber der Genehmigungsbehörde Regierungspräsidium hinsichtlich der Flächenausweisung.

nDie Kommunen verpachten ihre Flächen an die eigene Gesellschaft.

nDie LDBE ersetzt gewerbliche Projektentwickler, was die Kosten mindert und die Erlöse zunehmen lässt.

nHöhere Gewerbesteuereinnahmen für die Kommunen durch‚ Windenergieanlagen.

nEigenes Stromprodukt und eine regionale Dividende.

Bis Ende Februar möchte Mai die GmbH-Gründung auf den Weg gebracht haben, danach endet seine „Geburtshilfe“. Als Stamm- und Haftungskapital sind 100000 Euro vorgesehen. Für die Gemeinden des Hinterlandes, die keine Absichtserklärung formuliert haben, bestünde noch bis zur Gründung der GmbH die Möglichkeit zum Beitritt. Dazu müssten dann die 60 kommunalen Beteiligungsanteile neu aufgeteilt werden.

von Gianfranco Fain

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