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Laaspher Akut GmbH ist in Finanznöten

Gesundheitszentrum Wittgenstein Laaspher Akut GmbH ist in Finanznöten

Die Tochtergesellschaft Akut GmbH des Gesundheitszentrums Wittgenstein gerät in finanzielle Schieflage, weil Zahlungen für die Behandlung von Kriegsopfern ausbleiben.

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Die Tochtergesellschaft Akut GmbH des Gesundheitszentrums Wittgenstein ist in finanziellen Nöten, weil Rechnungen für die Behandlung von Kriegsopfern in Höhe von mindestens 600 000 Euro ausstehen.Archivfoto

Bad Laasphe. Seit seiner Gründung im vergangenen Jahr schien es für das Gesundheitszentrum Wittgenstein nur bergauf zu gehen. Das Zentrum hat sein Angebot Schritt für Schritt erweitert. Mittlerweile zählen ein Therapiezentrum, eine Ambulante Pflege, das Haus„Life“, in dem Patienten kurz oder stationär gepflegt werden, ein Medizinbereich mit mehreren Arztpraxen, ein Vitalpark mit Fitness-Angeboten sowie eine Akut- und eine Reha-Klinik zu den bestehenden oder weiterhin im Aufbau befindlichen Bereichen.

Problematisch ist die Situation derzeit bei der Tochtergesellschaft GW Akut GmbH, die sich auf die Behandlung libyscher Bürgerkriegs-Opfer spezialisiert hat. Grund sind Rechnungen, die von libyscher Seite aus nicht bezahlt wurden. Seit Februar werden in Bad Laasphe, wie auch in rund 30 weiteren deutschen Krankenhäusern, Patienten aus Libyen behandelt. Rund ein Dutzend dieser Krankenhäuser - so auch das Gesundheitszentrum Wittgenstein - wartet zurzeit auf den Eingang von ausstehenden Zahlungen.

In der Akutabteilung des Gesundheitszentrums werden traumatisierte und verwundete Patienten aus Libyen versorgt und therapiert. Weitere Operationen erfolgen, falls nötig, im Universitätsklinikum Gießen-Marburg. Diese werden abgerechnet wie Eingriffe bei Privatpatienten. Das Gesundheitszentrum Wittgenstein erhält dieRechnungen, die dann weiter nach Libyen gehen.

Aus dem nordafrikanischen Staat sind allerdings seit Monaten keine nennenswerten Beträge mehr nach Bad Laasphe geflossen, wie die OP auf Nachfrage erfuhr. Nach Informationen der OP belief sich der Zahlungsrückstand bereits im August auf rund600000 Euro. Die Patienten werden indes weiter behandelt.

Alle Kliniken, so auch das Gesundheitszentrum Wittgenstein, hatten vor der Aufnahme der ersten libyschen Patienten Kostenvoranschläge erstellt. Nach deren Begleichung blieben weitere Zahlungen vielfach aus.

Die meisten der in Bad Laasphe behandelten Libyer sind nach OP-Informationen über die libysche Botschaft an das Gesundheitszentrum vermittelt worden, eine kleine Zahl an Patienten über die Regionalverwaltungen libyscher Provinzen. Bei den von den Regionalverwaltungen vermittelten Kriegsopfern seien die Rechnungen allerdings beglichen worden.

Die Geschäftsführung des Gesundheitszentrums wollte sich gegenüber der OP nicht detailliert zu der Situation äußern, kündigte aber an, Einzelheiten Anfang nächster Woche bekannt zu geben.

von Björn-Uwe Klein

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