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Krause verkündet "Rückkehr an die Verhandlungstische"

Gesaundheitspolitisches Montagsgebet Krause verkündet "Rückkehr an die Verhandlungstische"

Wie geht es weiter mit Forschung und Lehre im Universitätsklinikum Gießen und Marburg? Uni-Präsidentin Professor Katharina Krause fand beim gesundheitspolitischen Montagsgebet versöhnliche Worte.

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Universitätspräsidentin Katharina Krause sprach beim gesundheitspolitischen Montagsgebet.Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. „Ein Mindestmaß an Vertrauen an den aktuellen Sachfrgen kann nur wieder entstehen, wenn man miteinander spricht statt übereinander“, sagte Krause am Montagabend in der Elisabethkirche. Alle Konfliktparteien müssten sich in ihrem Handeln an ihrer jeweilige Verantwortung für das UKGM „und seine große Bedeutung für die Region, für die Krankenversorgung, für die beiden Universitäten“ erinnern.

Grundlage aktueller Konflikte ist, ein Unterschied zwischen den Wertesystemen von Universität und Medizin: Die Universitäten honorieren herausragende Forschungsergebnisse und hervorragenden Unterricht; in der Medizin kommen noch Behandlungserfolge hinzu. Positiv formuliert: In einem Universitätsklinikum dürfe es nicht „nur“ um Krankenversorgung auf höchstem Niveau gehen, sondern auch um die Zwecke von Wissenschaft und Forschung. Dies erfordere viel Geld - aber es gebe dennoch keinen fundamentalen Unterschied zwischen einem öffentlich und einem privat organisierten Klinikum. Jede Klinik müsse sehen, dass die Relation zwischen Ausgaben und Erträgen stimmt: Die Hoffnung, dass der Staat „jahrelang Zuschüsse gibt, um Verluste aufzufangen, ist trügerisch“, sagte Krause auch mit Blick auf die Diskussionen um einen Rückkauf des UKGM.

Notwendig sei aber nicht nur Respekt vor dem jeweils anderen Wertesystem, sondern die Verabsredung einer gemeinsamen langfristigen Entwicklugsperspektive von Universität und Klinikum. Dazu gehört auch, so Krause, ein Blick auf das Gesundheitssystem insgesamt. Unter dem Diktat der Fallpauschalen wachse der wirtwschaftlich Druck auf Kliniksleitungen, und auch unter dieser Perspektive müsse das Handeln der UKGM-Geschäftsleitungen beurteilt werden. Die Universitätsmedizin müsse auch im aktuellen Gesundheitssystem angemessen finanziert werden, darin sollten sich Hochschule und Klinikum einig sein.

Und diese Einigkeit ergebe Perspektiven für ein gemeinsames handeln, hofft Krause: „Die Rückkehr an die Verhandlungstische hat längst begonnen.“

von Till Conrad

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