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Hinterland Kopfschmerz hat viele Ursachen
Landkreis Hinterland Kopfschmerz hat viele Ursachen
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15:12 15.05.2017
Facharzt Dr. Andreas Pfaff referierte zu Ursachen und Bekämpfung von Kopfschmerzen. Quelle: Heinz-Dieter Henkel
Marburg

Dieser Aspekt sowie die zumeist unreflektierte Einnahme von Tabletten seien laut Fachbereichsleiter Dr. Dietmar Krause und der Fachkonferenz an den Kaufmännischen Schulen Marburg (KSM) der Anstoß gewesen, sich mit diesem Thema einmal ausführlich zu befassen. Hierzu hatte sich die Schule den Bad Endbacher Kur- und Facharzt Dr. Andreas Pfaff eingeladen, der über reichlich Spezialwissen zu Kopfschmerz und Migräne verfügt.

Pfaff referierte vor rund 60 Schülern, die sich in der Ausbildung zum Medizinischen beziehungsweise Zahnmedizinischen Fachangestellten befinden, oder das berufliche Gymnasium mit Abschluss in Fachrichtung Medizin besuchen. Das gut einstündige Referat bildete dabei nur den Auftakt für weiterführende Informationen im Klassenverband.

Spannungskopfschmerz ist die häufigste Form

Zum Einstieg schilderte Pfaff eine ganze Palette von Alarmzeichen, die eine dringende Konsultation eines Arztes erforderlich machen. Darunter auch Anzeichen wie schlagartig beginnender Kopfschmerz mit Betonung im Nacken, massiver Schmerz im Bereich der Augenhöhlen mit Erbrechen, Kopfschmerz mit psychischen Veränderungen oder Kopfschmerz mit Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen.

Rund neun Millionen Menschen in Deutschland leiden unter der häufigsten Schmerzform, dem Spannungskopfschmerz, der von 30 Minuten bis hin zu sieben Tage andauern kann. Er ist drückend, dumpf und eher mittelstark. Weitere acht Millionen Bundesbürger sind von Migräne betroffen. Dieser pulsierende starke Schmerz dauert 4 bis 72 Stunden an und geht mit Licht- und Lärmempfindlichkeit einher. Die betroffenen fallen für die komplette Zeit aus.

Faktoren: Stress, Alkohol, hoher Blutdruck

Die Ursachen für Kopfschmerzen seien vielfältig, berichtete der Bad Endbacher Facharzt. Von Stress, als wohl der häufigste Auslöser, über Verletzungsfolgen, Alkohol- und Nikotinkonsum, Erbanlagen, Seh­störungen, Ernährungsfehler beziehungsweise Nahrungsmittelunverträglichkeiten, hoher Blutdruck bis hin zu Gebissfehlstellungen könne alles die wiederkehrenden Beschwerden auslösen.

Es käme eine Reihe von Faktoren zusammen, bis der Schmerz ausgelöst werde, meinte Pfaff. Es sei durchaus möglich, den Kopfschmerz überwinden zu können, wenn ein entscheidender Faktor verändert werde. Im schlechtesten Falle könne ein Facharzt die Anzahl und Einnahmehäufigkeit von Tabletten durch das richtige Medikament deutlich herabsetzen. Letztlich sei der Patient für sein eigenes Wohlergehen zuständig und die Führung eines „Kopfschmerztagebuchs“ unerlässlich.

Eine ganze Reihe von Nachfragen dokumentierte, dass das Interesse der Schüler an dem Thema vorhanden war. Wohl keine Überraschung – schließlich waren die dadurch verursachten Fehlstunden ja einer der Gründe für die Veranstaltung.

von Heinz-Dieter Henkel