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Hinterland Domspatzen brillieren vor 500 Zuhörern
Landkreis Hinterland Domspatzen brillieren vor 500 Zuhörern
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16:28 20.07.2017
Die Regensburger Domspatzen boten dem Publikum in der katholischen Kirche ein Chorkonzert von Weltklasse. Quelle: Sascha Valentin
Gladenbach

Nicht nur in Deutschland gilt der älteste Knabenchor der Welt als Ausnahmeensemble. Auch wenn er derzeit in die Negativschlagzeilen geraten ist. Die Wurzeln des Chores reichen bis ins Jahr 975 zurück. Konzertreisen haben ihn schon in die ganze Welt geführt – vom Friedenspark in Hiroshima bis auf den Tafelberg in Südafrika. Von seinem meisterhaften Klang zeigten sich nun auch die rund 500 Besucher in Gladenbach beeindruckt.

Allein der Einzug in die Kirche, als die 65 jungen Sänger den gesamten Altarraum einnahmen, bot ein imposantes Bild, das von ihrem gesanglichen Talent noch um ein Vielfaches übertroffen wurde.

Bereits beim ersten Stück, dem vierstimmig gesungenen „Pueri Hebraeorum“, stellten die Domspatzen ihr musikalisches Niveau unter Beweis und brillierten mit ebenso reinem wie kraftvollem Klang, der die Kirche ausfüllte. Dabei spannte der Chor unter der Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner den musikalischen Bogen nicht nur quer durch die Jahrhunderte von der Renaissance über Barock und Romantik bis zu zeitgenössischen Werken der geistlichen Literatur, sondern ebenso einmal quer durch Europa.

Schwierige Harmonik virtuos gemeistert

Dem achtstimmigen „Incipit lamentatio“ des italienischen Komponisten Giovanni da Palestrina ließen die jungen Sänger Choralbearbeitungen aus der Motette „Jesu, meine Freude“ von Johann Sebastian Bach folgen, reisten mit Edvard Griegs „Ave maris stella“ nach Norwegen, stimmten Marc Duruflés französische Version des „Vater unser“ an und endeten beim „Ave Maria“ des russischen Komponisten Sergej Rachmaninov.

Zu den Höhepunkten des Programms gehörte dabei das „Eli, Eli!“ des ungarischen Komponisten György Deák-Bárdos, das sich durch eine besonders schwierige Harmonik auszeichnete, die die Domspatzen aber mit virtuoser Dynamik aufgriffen und meisterhaft in Szene setzten. Nicht minder schwierig ist aber auch Ivan Moodys „Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen“, bei dem der Chor durch seine sauber gehaltenen Dissonanzen und höchste Präzision in dem diffizilen Wechselgesang beeindruckte.

Nachdem sie ihr Publikum in dem rund eineinhalb Stunden dauernden Konzert mehr als einmal in Staunen versetzt hatten, trumpften sie zum Finale noch einmal mit einem besonderen Leckerbissen auf: Vom Altarraum aus verteilten sie sich an allen Seiten der Kirche, um – dem Publikum ganz nah – gemeinsam das „Abendlied“ von Josef Gabriel Rheinberger anzustimmen. Auf diese Weise erhielten die Zuhörer einen unmittelbaren Eindruck von der Brillanz der Stimmen und erlebten diese zumindest bei einem Stück hautnah mit.

von Sascha Valentin