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Kochen mit Hartz IV: Tomate sprengt Budget

Finanzierung Kochen mit Hartz IV: Tomate sprengt Budget

Frühstück, Mittagessen, Abendbrot und zwei Snacks für nicht mehr als 4,34 Euro: mit dem Hart IV-Tagessatz für Ernährung haben die Auszubildenden der Berufsschule experimentiert.

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Das Rezept und die genauen Kosten eines Eintopfs für 59 Cent pro Portion stellte Emre Yenifidit, angehender Beikoch im dritten Lehrjahr, vor.

Quelle: Sophie Cyriax

Biedenkopf. Die angehenden Beiköche stellten verschiedene Rezepte und Mahlzeiten-Kombinationen vor, die im finanziellen Spielraum von Hartz IV-Empfängern liegen sollen.

Die Ergebnisse ihres Projekts stellten sie den Teilnehmern einer Konferenz des evangelischen Dekanates Biedenkopf zum Thema „Armut“ vor.
In den Räumen des Diakonischen Werks hatten die sechs angehenden Beiköche eine ganze Reihe von Tellern angerichtet.

So zeigten sie beispielsweise, dass ein Frühstück aus zwei Scheiben Vollkornbrot, Marmelade, Salami oder Käse zwar teurer ist als ein weißes Brötchen mit Schokoladencreme: „Aber dafür sättigt es besser und man braucht keine Zwischenmahlzeit“, erklärte Fachlehrerin Christiane Theiß.

Sie hatte gemeinsam mit Ausbilderin Elfie Payer und Abteilungsleiterin Ingrid Debus das Projekt mit den Azubis des dritten Lehrjahrs organisiert.
Die sechs Lehrlinge hatten verschiedene Vorschläge für ein Mittagessen gemacht, entsprechend eingekauft und gekocht. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis mit Blick auf Nährwert und Aufwand hatte der „Holländische Eintopf“, den Emre Yenifidit vorstellte: „Dafür braucht man Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln und Mettwurst“, erklärte der Auszubildende und rechnete vor, dass eine Portion lediglich 59 Cent kostet – „lässt man die Wurst weg, wird es noch billiger.“

Die Dekanatskonferenz zum Thema „Armut“ hatten der Leiter des regionalen Diakonischen Werks, Helmut Kretz, der Allendorfer Pfarrer Gerald Rohrmann, die Kindertagesstätten-Leiterin aus Wallau, Monika Hainbach-Roßbach, Jugendreferent Christian Reifert sowie der Referent für Erwachsenenbildung, Lee Cosmas Ndeiy, geplant.

Sie stellten unter anderem die Ergebnisse einer Umfrage in den evangelischen Kindertagesstätten vor: demnach ist die Zahl der Kinder, deren Mittagessen vom Jugendamt bezahlt wird, deutlich angestiegen – in manchen Kitas um mehr als das Vierfache.

von Sophie Cyriax

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