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Kleinseelheims Kanäle kosten Millionen

Kleinseelheim Kleinseelheims Kanäle kosten Millionen

Das Interesse der Kleinseelheimer an der von der Stadt angebotenen Bürgerversammlung am Donnerstagabend war sehr groß. Die anstehenden Kanalarbeiten werden den Alltag dort lange beeinträchtigen.

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Bauamtsleiter Volker Dornseif, Stadtverordneten-Vorsteher Willibald Preis und Bürgermeister Jochen Kirchner informierten.

Quelle: Rinde

Kleinseelheim. Mehr als 100 Kleinseelheimer interessierten sich am Donnerstagabend für das, was in den nächsten anderthalb Jahren auf ihren Ort zukommt. Die Stadt Kirchhain will in dieser Zeit in Kleinseelheim so viel Geld investieren wie noch nie zuvor: rund 1,8 Millionen Euro fließen dann in die Sanierung und den Neubau von Kanälen. Etwa 60 Prozent aller Kanalrohre unter der Erde müssen Zug um Zug ausgetauscht werden, das sind rund 1.500 Meter. Das hatte sich schon vor Jahren bei der Kamerauntersuchung ergeben.

Im Mai nächsten Jahres sollen die Bauarbeiten laut Zeitplan beginnen. Den Anfang macht ein Kanalneubau von der Kläranlage bis in den Sandweg hinein. Im September 2010 beginnt der Abschnitt Großseelheimer Straße und Sandweg. Es folgt die Teichstraße, daran schließen sich die Arbeiten im Eichenweg, Am Fliederbusch und in der Heidestraße an.

Kleinseelheims Kanäle wurden nicht nur auf Schäden untersucht. Das Ingenieurbüro Hellriegel hat auch berechnet, ob die bisherigen Rohrdurchmesser ausreichend sind. Teilweise müssen die neuen Kanäle jetzt deutlich größer ausfallen als bisher. In Zukunft sind die neuen Rohrleitungen auf Starkregen ausgelegt, wie sie statistisch gesehen nur alle drei Jahre vorkommen.

Ein großes Problem in Kleinseelheim wird aber durch die Kanalarbeiten nicht gelöst. Die Fahrbahn der Großseelheimer Straße und der Hauptstraße ist seit Jahren in einem schlechten bis katastrophalem Zustand. Die Kanalarbeiten wären eine ideale Gelegenheit, die Straßen grundlegend in Ordnung zu bringen. Doch bei dieser Straße gibt es eine Besonderheit: Sie ist zum Teil Kreisstraße, zum Teil Gemeindestraße. Das Kommunale Abgabengesetz, kurz KAG genannt, schreibt vor, dass Anlieger von Gemeindestraßen 50 Prozent der Kosten für den Straßenbau mitfinanzieren. Bei Kreisstraßen trifft das nur auf die Bürgersteige zu. In Kleinseelheim hätte das die Folge, dass die Anlieger an der Gemeindestraße zur Kasse gebeten werden müssten, diejenigen, die an der Kreisstraße wohnen, nicht. „Das ist eine große Ungerechtigkeit, auf die wir uns nicht einlassen wollen“, sagte Bürgermeister Jochen Kirchner in der Versammlung. Darum schlägt die Stadtverwaltung vor, dass in der Großseelheimer Straße lediglich die Baugruben wieder verschlossen werden.

Da die neuen Kanalrohre nur auf einer Fahrbahnseite verlegt werden, bliebe die andere gänzlich so, wie sie jetzt ist. Der Kreis wird an seiner Straße bis zum Jahr 2014 keine Sanierungsarbeiten vornehmen. „Die Straße wird jetzt nur Flickwerk, da lässt sich nicht drumherum reden“, räumte Kirchner ein. Sollten die Anlieger aber in den sauren Apfel beißen und sich finanziell an der Grunderneuerung beteiligen wollen, ist die Stadt dafür offen. Sie würde ihren Teil finanzieren.

Alle übrigen vom Kanalbau betroffenen Straßen sind Gemeindestraßen. Dort will die Stadt mit den Anliegern Gespräche darüber führen, wie die Fahrbahnen künftig aussehen sollen.

Ganz alleine aufbringen muss die Stadt die 1,8 Millionen Euro nicht. Vom Land gibt es eine Million Euro als zinsgünstiges Darlehen. Ihren Teil bezahlt die Stadt Kirchhain über die Abwassergebühren.

von Michael Rinde

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