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Kleiner Lebensretter aus Kunststoff

Filteranlage Kleiner Lebensretter aus Kunststoff

Eine Filteranlage, basierend auf Nanotechnik, soll in Katastrophengebieten die Erstversorgung mit trinkbarem Wasser sicherstellen. Nach 18 Monaten Forschung hat der Prototyp auch die letzten Tests bestanden.

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Noch kann Stefan Alois Oberhansl nur den Prototypen der Filteranlage präsentieren. Bald soll die Produktion starten.

Quelle: Marie Lisa Schulz

Marburg. Raus aus dem Flugzeug – ran an den Schreibtisch. Stefan Alois Oberhansl hat müde Augen. Vor wenigen Stunden erst ist er aus Asien zurückgekehrt. Aber sich ausruhen, die Tasche auspacken und ankommen – das ist für den 38-Jährigen gerade undenkbar. Zu rasant die Entwicklungen, in denen sich sein Unternehmen „Cleanwater Systems GmbH“ gerade befindet. Ein Chef, der den Start seines Projekts verschläft? Ausgeschlossen!

Bis jetzt gibt es nur einen Prototypen – und der steht im Büro von Stefan Alois Oberhansl. Der kniehohe, unscheinbare Plastikbehälter soll einmal Leben retten. Denn Cleanwater Systems hat sich auf die Entwicklung von mobilen Wasseraufbereitungsanlagen spezialisiert. Kleine, einfachst zu bedienende Mini-Filteranlagen, die nach einer Naturkatastrophe die Wasserversorgung der Menschen sicherstellen soll – zumindest in den kritischen ersten drei Tagen. Zeit genug für Hilfsorganisationen erste Maßnahmen einzuleiten.

Mittlerweile sind auch verschiedene Regierungs-Vertreter und Hilfsorganisationen auf die Erfindung aufmerksam geworden. Sie alle spielen mit dem Gedanken, eine größere Stückzahl der Geräte zu kaufen, zwischenzulagern und bei Bedarf schnell in den Krisengebieten zu verteilen. Die Rohgehäuse werden in Asien produziert; die Endfertigung und der Zusammenbau geschehen in Marburg, sodass auch hier Arbeitsplätze entstehen werden. „Wieso soll dieses Projekt nicht auch einen Mehrwert haben“, fragt Oberhansl. Trotzdem betont er: „Hilfe am Menschen muss nicht im Widerspruch stehen zu dem Ziel, Geld zu verdienen.“ Mit einem kritischen Blick klopft er noch einmal gegen das Gerät. Stabil ist es, handlich-leicht und quasi völlig wertlos – zumindest aus rein materieller Sicht. Für die Menschen vor Ort wird das schnörkellose Gerät trotzdem von unschätzbaren Wert sein: denn es besitzt die Fähigkeit, Leben zu retten.

von Marie Lisa Schulz

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