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Kleine Visionäre haben Sonne im Blick

Solarenergie Kleine Visionäre haben Sonne im Blick

Einen Blick auf die Kraft der Sonne können die Knirpse des Kindergartens „Mäuseburg“ in Dautphe nun jeden Tag werfen.

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Armin Pitzer (links) und Bürgermeister Bernd Schmidt freuen sich mit den Kindern über die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach und den Monitor an der Wand.

Quelle: Sascha Valentin

Dautphe.. Im Eingang der Kindertagesstätte hat Armin Pitzer einen großen Monitor ange­bracht, der grafisch anzeigt, wie viel Strom die neue Fotovoltaik-Anlage, die er auf das Dach des Kindergartens gesetzt hat, produziert und geliefert hat.

Für die Kinder sei das die konsequente Fortführung dessen, was schon mit der Installation der Anlage im Juni begonnen hat, erklärt Kindergartenleiterin Andrea Seifert. Denn deren Bau sei von Anfang an in den Kindergartenalltag integriert worden. „Wir haben morgens die Arbeiter begrüßt und teilweise sind die Kinder sogar mit aufs Dach gegangen“, erzählt Seifert.

Darüber hinaus haben sie die Energie aus der Sonne aber auch anderweitig zum Thema gemacht. So konnten die Kinder bei einem Spaziergang die Wirkung der Sonne auf der eigenen Haut erfahren und stellten dabei fest, dass es in schwarzen Kleidungsstücken in der Sonne viel wärmer ist als in weißen. Zudem lernten sie, dass Pflanzen die Sonne zum Wachsen brauchen und dass ein großer schwarzer Zeppelin mit der Zeit in den Himmel aufsteigt, wenn man ihn in der prallen Sonne liegen lässt. Mit dem Blick auf den Monitor können die Kinder nun sehen, wie die Sonne stündlich für sie arbeitet.

„Anhand einer abgebildeten Tachonadel sehen sie zum Beispiel, wie schnell die Anlage läuft“, erklärte Pitzer. Außerdem sei anhand von Balkendiagrammen die Stromproduktion in den Monaten sichtbar, und auch das Tagesergebnis kann abgelesen werden.

Für den Kindergarten rentiert sich die Anlage aber nicht nur als Lehrmittel, sondern auch finanziell. Seit sie Anfang Juni in Betrieb ging, wurden rund 4000 Kilowattstunden Strom produ­ziert. Damit versorgt sich der Kindergarten etwa zu drei Vierteln selbst, betont Pitzer.

Dabei ist die Dachausrichtung des Kindergartens für das Betreiben einer PV-Anlage ungünstig. Deswegen installierte Pitzer einfach auf beide Seiten des Satteldaches Module, damit sie vormittags und nachmittags Strom liefern. Bürgermeister Bernd Schmidt (FW) sieht in der neuen Anlage einen weiteren Schritt zu einer Kommune, die sich selbst mit Energie versorgt. Vor allem aber sei dieses Projekt für die Kinder von großem Nutzen. „Denn für sie wird der Umgang mit erneuerbaren Energien viel selbstverständlicher, als er das für uns Erwachsene manchmal ist“, betont Schmidt. Dabei könnten gerade die Erwachsenen von den Kindern noch einiges lernen, wenn es um die Gestaltung der Zukunft geht. „Kinder sind kleine Visionäre“, sagt Schmidt und wünscht sich, dass mehr auf die Ideen der Kinder gehört werde, denen es oft wesentlich leichter als Erwachsenen falle, Zukunftsperspektiven zu entwerfen.

von Sascha Valentin

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