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Kleiderfimmel endet mit Bewährungsstrafe

Biedenkopfer Amtsgericht Kleiderfimmel endet mit Bewährungsstrafe

Biedenkopf. Wegen Betrugs in 29 Fällen verurteilte das Biedenkopfer Amtsgericht am Dienstag eine 35-jährige Biedenkopferin zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung und zur Wiedergutmachung des Schadens.

Der 35-Jährigen wurde vorgeworfen, innerhalb von zwei Monaten über das Internet Bekleidung im Wert von nahezu 10.000 Euro bestellt, aber die Lieferungen nicht bezahlt zu haben. Staatsanwalt Volker Ostermeyer warf ihr 29 Handlungen gewerbsmäßigen Betrugs, begangen vom 7. April bis 22. Juni dieses Jahres, wozu sie auch ihren Namen änderte oder im Namen ihres Ehemannes orderte. Dabei handelte es sich um 23 Bestellungen im Gesamtwert von 9.753,20 Euro sowie 6 weiteren im Wert von 2.644,90 Euro, die noch storniert wurden. Die Angeklagte habe die Rechnungen nicht beglichen, nicht passende Kleidung verschenkt oder originalverpackt gelagert.

Sie bereue die Taten und wolle sich ihr Urteil abholen, sagte die Angeklagte zu Richter Mirko Schulte. Sie habe nicht mutwillig gehandelt, sondern sich wegen privater Riesenprobleme seelisch total schlecht gefühlt. „Wenn jemand 29 Taten am Computer selbst ausführt, erfordert dies Tatumstände, denn Bekleidung im Wert von etwa 9.600 Euro in zwei Monaten zu bestellen, käme möglicherweise dem Kaufverhalten von Heidi Klum gleich“, stellte Schulte fest.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit schilderte die 35-Jährige dem Gericht ihre seelische und private Situation. Auf Nachfrage von Schulte erklärte die 35-Jährige, dass sich diese Taten nicht wiederholen würden und sie, falls nötig, auch eine Therapie machen werde. Ihr Ehemann habe von den Bestellungen nichts gewusst. Sie habe geradezu darauf gewartet, dass die Polizei ihre Wohnung durchsuch, erklärte die Angeklagte weiter.

von Helga Peter

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der gedruckten OP.

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