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Klares Bekenntnis zum Straßenbau

Wirtschaftstag des AFK Klares Bekenntnis zum Straßenbau

Offen und authentisch präsentierte sich Hessens Wirtschaftsminister Florian Rentsch am Donnerstagabend beim Wirtschaftstag des Arbeitskreises für Kommunal- und Wirtschaftsfragen (AFK) Marburg.

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Hessens Wirtschaftsminister Florian Rentsch war beim elften Marburger Wirtschaftstag des Arbeitskreises für Kommunal- und Wirtschaftsfragen zu Gast.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Mittelhessen ist für den Erfolg der Wirtschaft in Hessen treibend“, „Wissenschaftspolitik ist auch Wirtschaftspolitik“, „In der Diskussion um das Universitätsklinikum Gießen und Marburg ist in den vergangenen Monaten viel Porzellan zerschlagen worden“, „Investitionen in den Straßenbau sind Investitionen in die Wirtschaft“ - Es sind Sätze wie diese mit denen Florian Rentsch, seit 31. Mai hessischer Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, am Donnerstagabend in Marburg punktet. Auf Einladung des Arbeitskreises für Kommunal- und Wirtschaftsfragen (AFK) findet er bei dessen elftem Wirtschaftstag unter der Fragestellung „Neue Akzente für Wirtschaft und Infrastruktur in Mittelhessen?“ zahlreiche Antworten für die Region.

„Diese Region hat ganz wesentlich dazu beigetragen, dass Hessens Wirtschaft heute so gut dasteht“, lobt er beispielsweise das Engagement der mittelhessischen Unternehmen: Je mittelständischer eine Region aufgestellt sei, um so weniger krisenanfällig sei sie und um so innovativer seien die Betriebe. „Und Innovationen sind nunmal der Schlüssel für Wachstum und Beschäftigung“, so Rentsch.

Für Wachstum und Beschäftigung sind nach Ansicht des Wirtschaftsministers aber auch Energie, Infrastruktur und Fachkräfte wichtig - und so sind es vor allem diese drei Punkte, auf die Rentsch in seinem Vortrag detailliert eingeht. Außer acht lässt er aber auch nicht die in der Begrüßung durch den AFK-Vorsitzenden Thomas Janssen aufgeworfenen Fragen zur aktuellen Situation am Universitätsklinikum Marburg und der Reform des mittelhessischen Regionalmanagements.

„Die Diskussion um das UKGM muss in deutlich ruhigeres Fahrwasser gebracht werden“, erklärt Rentsch, der vor seinem Posten als Staatsminister gesundheitspolitischer Sprecher der FDP war. Es sei schade, dass der Betreiberwechsel misslungen sei, „denn der hätte wieder Ruhe in den Streit gebracht“, ergänzt er.

Das Regionalmanagement Mittelhessen sieht er mittlerweile auf einem guten Weg, macht aber auch deutlich, dass die Region dort im Wettstreit mit anderen Regionen bereits viel Zeit verloren hat.

Verbesserungsbedarf sieht der Staatsminister auch bei der Verkehrsanbindung von Marburg und der Umgebung: „Die A49 ist eine unverzichtbare Voraussetzung für die weitere Entwicklung Mittelhessens und ein wichtiger Baustein im nationalen und internationalen Autobahnnetz“, sagt er. Mit den Planfeststellungsbeschlüssen für die drei Bauabschnitte sowie für die Ortsumgehungen der B252 habe das Land seine Hausaufgaben erledigt. Nun müsse der Bund für die entsprechende Finanzierung sorgen. „Mein klares Ziel ist es, die A 49 in zehn Jahren ad acta legen zu können“, betont er. Als möglicher Weg zur Finanzierung komme für ihn auch eine Autobahn-Maut in Frage.

Neue Wege will Rentsch - so es nach ihm geht - auch in Sachen Energiewende gehen: „Ich will die Energiewende, ich bin aber für ein anderes Modell: Wir müssen aus dem EEG wie es jetzt ist aussteigen. Als Alternative bietet sich das Quotenmodell an“, schildert er seine Idee. Zudem müsse es einen Wettbewerb unter den Energieträgern geben, und die Energiewende müsse europaweit erfolgen.

Als weitere Herausforderung für die Zukunft nennt Rentsch den Fachkräftebedarf. Auch dort sieht er drei Handlungansätze: Fort- und Weiterbildung der Beschäftigten durch die Unternehmen, neue Wege bei der Erwerbstätigkeit von Frauen und die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland. Dazu kündigte er den Abschluss eines Kooperationsvertrags mit der Region Madrid an, um einerseits Fachkräfte von dort nach Hessen zu holen und den Spaniern andererseits beim Ausbau der dualen Ausbildung zu helfen.

Nach gut 45 Minuten Vortrag verschließt sich der Wirtschaftsminister auch nicht den zahlreichen Fragen der rund 80 Mitglieder und Gäste aus dem wirtschaftlichen und politischen Umfeld Marburgs und des Landkreises. Diskutiert werden dabei auch die Breitbandversorgung, der öffentliche Nahverkehr und kommunale Gesellschaften.

„Wir sind sehr zufrieden und haben interessante Einblicke, Ausblicke und Positionen gewonnen“, lautet denn auch das Fazit des AFK-Vorstandes zu Rentschs Vortrag. Er sei konkreter geworden als so manch anderer Gastredner in den Vorjahren.

von Katharina Kaufmann

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