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Eltern sehen Anbau als alternativlos an

Kita „Wunderland“ Eltern sehen Anbau als alternativlos an

Der Elternbeirat des Kindergartens „Wunderland“ geht auf die Barrikaden: Seit 2016 werden Kinder im Container betreut – mangels Platz. Eine endgültige Lösung ist nicht in Sicht.

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Derzeit behilft sich die Kindertagesstätte „Wunderland“ mit einem Container.

Quelle: Franziska Weber

Bad Endbach. „Die einzige Lösung, die wir sehen, ist ein ­Anbau“, sagt Katharina Kunz aus dem Elternbeirat. Andere­ ­Übergangslösungen wie die Nutzung des Turnraums seien ­bereits wahrgenommen worden und nicht mehr akzeptabel. An das bestehende Kindergartengebäude ließe sich problemlos ein Anbau anzuschließen, ohne dass durch die Bauarbeiten der Betrieb großartig beeinträchtigt wird, sagt Kunz. Tatsächlich habe die Gemeinde die zwei umliegenden Grundstücke gekauft, sie müsse also nur noch bauen.

Schon jetzt stehen Kinder auf einer Warteliste für einen Kindergartenplatz im „Wunderland“. In einem Jahr läuft die Betriebserlaubnis des Containers aus, dann werden es 28 Kinder sein, fürchten Elternbeirat und Kindergartenleitung. Davon abgesehen ist aus Platzgründen ein Spielgerät dem Container zum Opfer gefallen.

Anette Lins, pädagogische Leitung und langjährige Kindergartenleiterin, vermutet, dass „man dachte, man könne den Boom mit dem Container abfangen“. Allerdings habe es schon immer Spitzen bei den Kinderzahlen in Bad Endbach gegeben. Und schon immer habe es Kinder auf der Warteliste gegeben. Das Problem sei also nicht neu.

Eltern erwägen Sammelklage

2016 hatten sich der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Bauausschuss der Gemeinde gegen einen Anbau ausgesprochen, da rückläufige Kinderzahlen prognostiziert wurden. Der Gemeindevorstand steht derzeit laut Elternvertretern einem Anbau positiv gegenüber, benötigt jedoch belastbare Zahlen. Wegen wechselnder Geburtenraten und zu- und wegziehender Familien seien diese aber schwierig zu erstellen. „Ich weiß nicht, wie man sich so an Zahlen aufhalten kann“, sagt Kunz. Die Kosten von 500.000 Euro für den Anbau sind aus ihrer Sicht tragbar, zumal Fördermittel beantragt werden könnten. „Das Geld muss man in die Zukunft unserer Kinder investieren. Wenn nicht in sie, in was dann?“, sagt sie.

Lins geht davon aus, dass in Bad Endbach weiterhin mehr Kindergartenplätze benötigt werden. Die Ängste kommunaler Politiker, nach einem Anbau stehe ein Raum leer, sieht sie als unbegründet an. Selbst wenn, könne man die freien Plätze für eine U3-Gruppe nutzen, sagt sie und sieht wachsenden Bedarf.

Für Annika Förster vom ­Elternbeirat ist auch eine Vorschulgruppe wünschenswert. Räume würden also garantiert nicht leerstehen. Aus eigener Erfahrung wisse sie, dass die Unsicherheit, ob es mit dem Kindergartenplatz klappt, für Eltern ein Problem ist. Ohne eine Zusage sei langfristig wenig planbar, insbesondere was die Berufstätigkeit der Eltern betrifft.

Wie Lins erläutert, steht auch die Kita vor offenen Fragen: Wie soll das kommende Jahr geplant werden? Wer entscheidet, wer einen Platz bekommt und anhand welcher Kriterien? Die Kinder auf andere Kindergärten der Gemeinde aufzuteilen, ist für sie keine Option. Es würden immer noch Kinder ohne Platz übrig bleiben. Außerdem sei fraglich, ob es den Eltern aus Bad Endbach zugemutet werden könne, ihre Kinder nach Bottenhorn zu bringen. Für Elternvertreterin Kunz ist eine Sammelklage eine ernsthafte Option, falls sich an der Kapazität der Kita nichts ändert. Allerdings habe die Gemeinde bei einem Gesprächsabend versichert, dass es so weit nicht kommen werde.

Weiteres Problem sind die Parkplätze

Neubau oder Nutzung eines bestehenden Gebäudes? Diese­ Frage hat FWG-Abgeordneter Horst Kaiser in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung für das „Wunderland“ aufgeworfen. Kaiser berichtete von einer­ Ortsbesichtigung Mitte ­Juli, bei der sich die Beteiligten dafür ausgesprochen haben, dass die Container schnellstmöglich verschwinden sollen.

Bürgermeister Markus Schäfer (CDU) sagte, dass ein Neubau bevorzugt werde, sofern dieser nicht teurer würde als die Umnutzung eines bestehenden Gebäudes. Zu den räumlichen Problemen kommt hinzu, dass auch die Parkplätze dort nicht ausreichten. Für Erzieherinnen und Besucher des Kindergartens wurde in der Nähe der Therme eine Parkplatzfläche eingerichtet, die auch von Mitarbeitern der Therme genutzt wird. Allerdings stünden auch dort nicht ausreichend Parkplätze zur Verfügung, gab Schäfer zu.

Auf die Nachfrage Kaisers, wie in dieser Sache weiter verfahren werde, antwortete Schäfer, dass zunächst die Förderrichtlinien­ abgewartet werden müssten. Sobald diese vorlägen, könnten die Ausschüsse informiert werden, die sich dann eingehend mit der Frage der Zukunft des Kindergartens beschäftigen müssen.

von Franziska Weber
 und Sascha Valentin

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