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Hinterland Moderate Anhebung wird favorisiert
Landkreis Hinterland Moderate Anhebung wird favorisiert
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00:18 12.07.2018
Archivfoto: Die Gebühren für die Betreuung in den Kindergärten der Gemeinde Bad Endbach für Kippenkinder und für Kinder über drei Jahren steht am Montag auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung. Quelle: Bernd Wüstneck
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Bad Endbach

Obwohl die Landesmittel für eine kostenfreie Kindergartenbetreuung fließen, will Bürgermeister Julian Schweitzer die Eltern ab September dieses­ Jahres zur Kasse bitten. Seine­ Vorlage steht am Montagabend im Parlament  zur Entscheidung an. Im Haupt- und Finanzausschuss stieß die von ihm vorgeschlagene Erhöhung der Kindergartengebühren nicht auf Zustimmung.

Nach den zurzeit geltenden Gebühren wäre auch die Ganztagsbetreuung mit den Landesmitteln kostenfrei für die Eltern der über Dreijährigen. Derzeit fallen für diese 135 Euro an. Das Land Hessen zahlt pro in der Gemeinde gemeldetem Kindergartenkind über drei Jahre 135,60 Euro.

Auch Eltern von U-3-Kindern sollen mehr zahlen

Nach dem Willen von Schweitzer soll die Ganztagsbetreuung auf 170 Euro angehoben werden, abzüglich der Landesmittel hätten die Eltern noch einen Betrag von 34,40 Euro zu zahlen. Zudem will Schweitzer die Früh- und Spätbetreuung komplett abschaffen. Für berufstätige Eltern bestünde dann nicht mehr die Möglichkeit, ihre Kinder morgens eine halbe Stunde eher zu bringen und abends eine Stunde später aus dem Kindergarten abzuholen.

Auch die Gebühren für die Kinder unter drei Jahren möchte Schweitzer anheben. Für Kinder, die 4,5 Stunden die Krippe­ besuchen, sollen zukünftig 160  Euro im Monat statt wie bisher 130 Euro fällig werden, für 6,5 Stunden Kinderbetreuung sollen 25 Euro an Mehrbelastung für die Eltern anfallen. Die Ganztagsbetreuung in der Krippe soll 20 Euro zusätzlich kosten.

Ausschussmitglieder anderer Meinung

Den Mitgliedern im Haupt- und Finanzausschuss war diese­ Erhöhung zu drastisch. Sie schlagen vor, die Gebühren für die unter Dreijährigen und die Kinder ab drei Jahren um 7 Prozent auf Grundlage der bisherigen Gebühren anzupassen. Das bedeutet für die Krippenkinder in allen drei Modulen eine Erhöhung von rund 10 Euro pro Monat.

Für die Eltern von Kindergartenkindern ab drei Jahren, die die Einrichtung ganztags besuchen, bedeutet der Vorschlag, dass sie nach Abzug der Landesmittel auch gut 10 Euro zu zahlen haben. Die Früh- und Spätbetreuung soll nach Auffassung der Ausschussmitglieder nicht gestrichen werden. Die Kosten würden sich vormittags auf 10,17 erhöhen und nachmittags auf 20,33 Euro. Mit dem ­Angebot des Früh- und Spätmoduls soll berufstätigen Eltern die ­Flexibilität erhalten bleiben.

Vorschlag: Kommission einsetzen

Der Haupt- und Finanzausschuss hatte sich mit fünf Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen für die moderate Anpassung der Kindergartengebühren ausgesprochen. Ob sich die Mehrheit damit auch durchsetzen wird oder ob der Vorschlag des sozialdemokratischen Bürgermeisters abgesegnet wird, bleibt ­abzuwarten.
Zudem regen die Ausschussmitglieder an, eine Kommission für die Kindergärten einzusetzen, um die strukturelle und ­finanzielle Situation in den Einrichtungen nachvollziehen zu können.

  • Die Gemeindevertretung tagt am Montag, 9. Juli, ab 19.30 Uhr im Kur- und Bürgerhaus.

von Silke Pfeifer-Sternke

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