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Hinterland Lose sollen öffentlich gezogen werden
Landkreis Hinterland Lose sollen öffentlich gezogen werden
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17:57 08.01.2019
Die amtierende Kirschenkönigin Ann-Marie spielt Glücksfee: Sie lost aus, welcher Autoscooter-Anbieter den Zuschlag für den diesjährigen Kirschenmarkt erhält. Archivfoto Quelle: Archivfoto
Gladenbach

Schausteller können noch bis zum 18. Januar ­ihre Bewerbung bei der Stadt einreichen, wenn sie bei dem Volksfest vom 4. bis 7. Juli einen Autoscooter aufstellen wollen. Gerichtliche Auseinandersetzungen gehörten seit einigen Jahren zum Gladenbacher Kirschenmarkt dazu. Damit wollte der Diedenshäuser Schausteller Herbert Kreuser doch noch seine Teilnahme am Volksfest erreichen. Seine Bewerbung für den Autoscooter-Standplatz war zuvor nie von Erfolg gekrönt gewesen. Stets erhielt ein anderer Schausteller die Zusage.

Anmeldefrist endet am 18. Januar

Nun legten Kreuser und die Stadt ihren Streit bei und einigten sich vor Gericht. Der Diedenshäuser zog alle Klagen zurück, im Gegenzug gibt es ein neues Auswahlverfahren für den Autoscooter. Per Los wird künftig darüber entschieden, wer beim Kirschenmarkt mit diesem Fahrgeschäft vertreten sein wird.

Auf ihrer Homepage veröffentlichte die Stadt die Bewerbungskriterien für den Autoscooter, der vom 4. bis 7. Juli in Gladenbach Station machen soll. Dort wird auch auf das neue Vergabeverfahren für den Standplatz verwiesen. Die Anmeldefrist für die Schausteller endet am 18. Januar.  Eine Bewerbung begründe allerdings keinen Rechtsanspruch auf Zulassung oder Zuweisung eines bestimmten Platzes beim Kirschenmarkt, heißt es in der Ausschreibung. Die Schausteller müssen außerdem bis spätestens 8. Februar einen Termin für einen Probeaufbau mit der Stadtverwaltung vereinbaren. „Bewerber, die nicht bereit sind, ihr Fahrgeschäft aufzubauen,­ bleiben beim Auswahl- und Losverfahren unberücksichtigt“, lautet die Vorgabe.

Probeaufbau für Neulinge

Diese hatte der Magistrat nach den Problemen während des Kirschenmarkts 2017 festgelegt. Damals passte der ­Autoscooter von Thomas Hammecke nicht vollständig auf die dafür vorgesehene Fläche auf dem Marktplatz. Teile der Fassade des Fahrgeschäftes konnten nicht aufgeklappt werden. ­Außerdem musste der Schausteller aus Westfalen einige Äste von Bäumen kappen, damit die Säulen hochgefahren werden konnten.
Deshalb gab es im November 2017 den ersten Probeaufbau in Gladenbach. Den absolvierte Herbert Kreuser mit seinem Zwei- und dem Acht-Säulen-Autoscooter sowie der Bad Wildungener Schausteller Sascha Kalbfleisch mit seinem Zwei-Säuler. Letzterer erhielt dann auch den Zuschlag für den Kirschenmarkt 2018.

Kreuser und Kalbfleisch brauchen nun aber nicht mehr einen Probeaufbau absolvieren. Diese Pflicht gilt nur für Neubewerber. Die Kosten für den Testlauf müssen die Schausteller komplett aus eigener Tasche begleichen. Nach Auskunft von Bürgermeister Peter Kremer (parteilos) liegen bereits einige Bewerbungen für den Autoscooter-Standplatz vor. Diese waren bereits vor der offiziellen Ausschreibung bei der Stadt, ihrer Gesellschaft „Stadtmarketing-Energie-Bäder“ oder bei Rummelplatz-Generalpächter Konrad Ruppert eingegangen. „Wir werden deshalb alle Bewerber, die bisher keinen Probeaufbau geleistet haben, noch anschreiben und auf den notwendigen Probeaufbau hinweisen. Dann werden die Termine dafür vergeben“, erklärte Kremer.

Weiterhin müssen die Schausteller ­eine gültige Ausführungsgenehmigung für ihr Fahrgeschäft vorlegen. Der Losentscheid erfolgt dann unter notarieller Aufsicht. Den Gewinner soll künftig die amtierende Kirschenkönigin ziehen – in diesem Jahr also Ann-Marie Runzheimer. Sie wird dabei nicht nur einmal in den Lostopf greifen. Laut Kremer soll eine Reihenfolge aller zugelassenen Bewerber festgelegt werden. „Für den Fall, dass der Erstgezogene dann doch nicht aufbauen kann – aus welchen Gründen auch immer“, erklärte Kremer. Der Losentscheid wird nach bisherigem Plan öffentlich sein. Die Beteiligten möchten sicherlich zugegen sein, sagte Kremer.

von Michael Tietz