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„Letzte Lesung für lange Zeit“

Andreas Steinhöfel „Letzte Lesung für lange Zeit“

Andreas Steinhöfel ist an seine alte Schule zurückgekehrt. An der Lahntalschule, an der er 1981 sein Abitur machte, las er vor rund 200 Zuhörern aus seinem neuen Roman ­„Rico, Oskar und das ­Vomhimmelhoch“.

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Nach der Lesung nahm sich Andreas Steinhöfel Zeit, um Bücher für seine jungen Fans zu signieren.

Quelle: Sascha Valentin

Biedenkopf. „Die gekommen waren, hatten richtig Glück“, verriet der Autor. Es werde nämlich voraussichtlich für die nächsten zwei Jahre die letzte Lesung sein, die er halte. „Lesungen sind toll, aber auch stressig“, gab Andreas Steinhöfel zu. In den vergangenen Monaten habe er 40 Lesungen in ganz Deutschland gehalten. Nun brauche er erst einmal Ruhe, sagte der Biedenkopfer. Wobei Ruhe in seinem Falle nicht ganz treffend ist. Denn Steinhöfel ist mittlerweile nicht nur Autor, sondern auch Produzent und dreht Filme zu den Geschichten, die er schreibt.

Und er möchte seine Begeisterung für das Erfinden und Erzählen von Geschichten an andere weitergeben. Zum Beispiel in einem Workshop, den er im kommenden Jahr mit seinem Verein „BIDKultur“ plant. Dafür wurden während der Lesung an der Schule Spenden gesammelt. Das Geld soll in die Projekte wie diesen Workshop fließen, in dem er den Teilnehmern zeigt, wie ein Zeichentrickfilm entsteht.

Steinhöfel: Kenne das Ende, aber nicht den Anfang

Im Interview mit Lehrer Ralf Grebe verriet Steinhöfel, was ihn dazu bewogen habe, noch einen Band aus der Rico-Reihe zu schreiben, obwohl er nach dem dritten gesagt hatte, es sei Schluss. In der Geschichte habe es Entwicklungen gegeben, die sehr spannend werden konnten, erzählte der Autor. Deswegen wird es nach dem Weihnachtsabenteuer sogar noch ein weiteres Buch geben. „Aber danach ist wirklich definitiv Schluss“, sagte Steinhöfel. Zumal die Titelhelden dann auch die Pubertät erreicht hätten, und „das wäre eine ganz andere Art der Geschichten und des Erzählens“, erklärte der 55-Jährige.

Darüber hinaus plauderte er auch ein wenig darüber, wie seine Geschichten entstehen: „Wenn ich zu schreiben anfange, kenne ich immer das Ende der Geschichte, aber keineswegs immer deren Anfang“, verriet er. Bei seinen ersten Gehversuchen als Schriftsteller habe er einfach drauflosgeschrieben. „Das kann funktionieren“, sagte Steinhöfel, „aber es kann eben auch in die Hose gehen, und dann hat man Hunderte Seiten, die man in die Tonne kloppen kann.“

Für einen Roman benötigt er etwa ein halbes Jahr reine Schreibzeit. Doch davor reife die Geschichte mitunter schon bis zu zwei Jahre lang in seinem Kopf. Seine Lieblingsszenen sind dabei jene, in denen Kinder den Erwachsenen in ihrem Denken als ebenbürtig gegenübertreten – so wie der Abschnitt im neuen Rico-Buch, in dem der Titelheld dem Verkäufer erklärt, warum er unbedingt einen Schwimmreifen für seinen ungeborenen Bruder benötigt.

Auch darüber hinaus bot Steinhöfel den Besuchern reichlich Grund zum Lachen und Schmunzeln – sei es mit hypnotisierenden Schokoriegeln, Euromünzen in Po-Ritzen oder Floß-Geburten.

von Sascha Valentin

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