Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Kita-Platz in Lohra soll teurer werden
Landkreis Hinterland Kita-Platz in Lohra soll teurer werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 06.02.2019
Der Rabatt für Geschwisterkinder, die in eine der Lohraer Betreuungseinrichtungen gehen, soll ab dem 1. April gestrichen werden. Zudem steigen die Gebühren für die Krippenkinder und die Ganztagsbetreuung der über Dreijährigen.  Quelle: Julian Stratenschulte
Lohra

Am Donnerstag steht ­eine Vorlage zur Erhöhung der Kita-Gebühren zur Abstimmung. Diese ist das Ergebnis­ ­eines Haushalts-Workshops. Passiert sie die Gemeindevertretung, werden die Eltern von Kindergartenkindern ab dem 1. April kräftig zur Kasse gebeten. Das Modul 2 (Ganztagsbetreuung) für Kinder über drei Jahren verteuert sich um 75,60 Euro auf 120 Euro. Das Modul 1 (vormittags) bleibt weiter kostenfrei. Die Früh- und Spätbetreuung wurde jeweils von 15 Euro auf 30 Euro angehoben.
Auch die Gebühren für die Krippenkinder werden angehoben. Für das Modul 1 zahlen die Eltern künftig 200 Euro, 20 Euro mehr, und für Modul 2 (Ganztagsbetreuung) 225 Euro, ebenfalls 20 Euro mehr. Auch für die unter Dreijährigen wird der Früh- und Spätdienst auf jeweils 30 Euro angehoben.

Eltern, die Geschwisterkinder­ in den Lohrarer Einrichtungen betreuen lassen, trifft die Änderung besonders hart. Der ­Geschwisterrabatt wurde komplett gestrichen. Sind bisher für das zweite Kindergartenkind noch 75 Prozent der Gebühren zu zahlen, ist das dritte Kindergartenkind frei. Ab dem 1. April zahlen Eltern von drei Kindern, die in eine der vier Einrichtungen ganztags gehen, 360 Euro pro Monat. Vorher waren es 77,70 Euro.

Grund für die Gebührenerhöhung ist das Defizit in der Kinderbetreuung. Es sei erheblich gestiegen und es bestehe fraktionsübergreifend Einigkeit, die Gebühren anzupassen, sagte Bürgermeister Georg Gaul. Gegenüber der OP bezifferte er das Defizit auf 250.000 bis 300.000 Euro.

Haushalt 2019 hatte ein Defizit von 400.000 Euro

Nach der neuen gesetzlichen Regelung sind seit Juni 2018 insgesamt 6 Stunden Betreuung pro Tag für über 3-jährige Kinder gebührenfrei. Bereits zu dieser Anpassung hatte Gaul erklärt, dass diese geringfügige Erhöhung nicht ausreiche. Mit einem Defizit von 400.000 Euro habe der Haushalt 2019 keine Aussicht auf Genehmigung, deshalb habe man in einem Haushalts-Workshop über Einsparungen nachgedacht. Die Erhöhung der Kita-Gebühren sei auf bereiten Konsens gestoßen und werde aus Gauls Sicht am Donnerstag auch im Parlament verabschiedet, erklärte Gaul. Damit die Kosten nicht wieder ansteigen, schlägt der Gemeindevorstand zudem vor, dass die Ganztagsplätze begrenzt werden.

Zur Kostensenkung stehen im neuen Kindergartenjahr auch nur die Plätze zusätzlich zur Verfügung von den Kindern, die ab dem Sommer in die Schule gehen. Eltern, die trotzdem eine Ganztagsbetreuung wünschen, müssen entsprechende Nachweise vorlegen. Im Streitfall entscheidet der Bürgermeister, ob der Ganztagsplatz vergeben wird. Die Gebührenanpassung fand im Hauptausschuss ungeteilte Zustimmung.

Die Bauleitplanung für die Einrichtung von Stellplatzflächen „Am Stallhof“ soll auf den Weg gebracht werden. Dabei geht es um die Einrichtung von geschotterten Parkplätzen für die Mitarbeiter der Firma Hof am Fahrradweg in der Nähe der ehemaligen Molkerei. „Ich freue mich, dass wir dem Unternehmen Parkflächen anbieten können“, sagte SPD-Chef Kurt Schwald. Der Bau der Parkplätze unterliege einer­ strengen baubiologischen Aufsicht, erläuterte Gaul. Der Bauantrag wurde mit sechs Ja-
stimmen und drei Enthaltungen befürwortet.

Auch Friedhofsgebühren werden erhöht

Eine weitere Beschlussvorlage beschäftigte sich mit der Änderung des Bebauungsplans „Auf dem Berg vor der Struth“ und die „Koitgeswiese“ im Ortsteil Nanz-Willershausen. Dabei soll eine im Ortskern gelegene Grünfläche, die bisher als Erweiterungsfläche für den Friedhof vorgesehen war, als allgemeines Wohngebiet für vier Baugrundstücke ausgewiesen werden. Die Vorlage wurde ebenfalls einstimmig befürwortet.

Die Beschlussvorlage für den Nachtrag des Gemeindevorstands zur Friedhofsgebührensatzung stellt fest, dass die Gebühren für die Bestattung sowie die Grabnutzungs- und räumungsgebühren in der Gemeinde Lohra bei 60 Prozent der tatsächlichen Kosten liegen. Die Konsolidierungsleitlinie der Landrätin schreibt jedoch vor, dass die Gebühren bei mindestens 80 Prozent der tatsächlichen Kosten liegen sollen, damit der Haushalt durch den Landkreis genehmigt werden kann. „Aus diesem Grund müssen wir die Gebührenerhöhung für den Haushalt 2019 umsetzen“, sagte Gaul.

„Wir verändern mit der neuen Gebührensatzung die Bestattungskultur im Ort, kritisierte Knut Schäfer (BfB). „Wir haben keine andere Wahl“, sagten­ die Fraktionsvorsitzenden Kurt Schwald (SPD) und Werner Waßmuth (CDU) übereinstimmend. Beide Ausschüsse votierten einstimmig für den Nachtrag.

von Anita Ruprecht und Silke Pfeifer-Sternke