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Hinterland Kfz-Innung klagt: Nachwuchs fehlt
Landkreis Hinterland Kfz-Innung klagt: Nachwuchs fehlt
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18:54 09.12.2013
Die Mitglieder der Kfz-Innung Marburg hörten beim Schlachteessen Vorträge.Fotos: Andreas Schmidt Quelle: Andreas Schmidt
Marburg

Ralf Funke, Obermeister der Kfz-Innung Marburg, freute sich über die große Resonanz auf das jährlich stattfindende Schlachte­essen und bedankte sich bei seiner Begrüßung auch bei den Kollegen des BBZ „für alles, was ihr für unsere Innung in diesem Jahr getan habt“ - angefangen von der Lehrlingsausbildung über die Aktionswoche Handwerk bis hin zum gerade stattgefundenen Einstellungstest. Seinen Dank richtete er auch an die Mitglieder des Prüfungsausschusses und die Kollegen der Kreishandwerks-Geschäftsstelle. Auf seinen Bericht zum abgelaufenen Jahr verzichtete Funke indes - zu schwierig sei derzeit auch die politische Situation, sodass er erst auf der Frühjahrsversammlung detailliert Stellung nehmen werde.

Lehrlingswart Dieter Löchel berichtete, dass im vergangenen Jahr 37 Lehrverträge abgeschlossen worden seien. „Probleme bereiten uns allerdings die Abschlüsse bei den Automobilkaufleuten“, sagte Löchel. Lediglich sechs Auszubildende gebe es derzeit, „das ist zu wenig. Wenn diese Zahl nicht steigen sollte, müssen unsere Lehrlinge künftig nach Frankfurt zur Berufsschule“, nannte er als Argument, den Ausbildungsberuf stärker zu bewerben. Derzeit könnten die Azubis noch die Schule in Kirchhain besuchen - der Weg nach Frankfurt würde die Situation jedoch noch weiter verkomplizieren.

Am 26. November habe der Einstellungstest für das Kfz-Gewerbe stattgefunden - mit enttäuschenden 17 Anmeldungen. Löchel kritisierte, dass auch in den Schulen, vor allem in den Gymnasialzweigen, die Berufsbilder rund ums Auto viel zu wenig bekannt seien. „Selbst Gymnasiallehrer wissen nicht, was in den Kfz-Werkstätten gelehrt wird“, monierte Löchel - das habe er selbst erfahren, als ein Abiturient bei ihm ein Praktikum absolviert und seine Lehrerin sich dann im Betrieb informiert habe. „Wir müssen in den Schulen nicht nur den jungen Menschen unsere Berufe näherbringen, sondern vor allem auch den Lehrern“, forderte der Lehrlingswart.

Experte: Online-Boom Chance für die Händler

Auf die Ausbildung ging auch Joachim Kuhn, Geschäftsführer im Landesverband Hessen des Kfz-Gewerbes, ein. Die größte Neuerung sei die Neuordnung der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker - dort gebe es nun fünf Schwerpunkte. Die bekannten Themen Pkw-Technik, Nutzfahrzeugtechnik und Motorradtechnik würden um die neuen Schwerpunkte System- und Hochvolttechnik sowie Karosserietechnik ergänzt. Letzterer ersetze den „Mechaniker für Karosserie-Instandhaltungstechnik“. Der Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik richte sich nicht nur an die rund 10000 in Deutschland zugelassenen Elektrofahrzeuge, sondern umfasse die gesamte Diagnose- und Netzwerktechnik der Fahrzeuge. Der Vorteil der Neuordnung sei, dass man alle Schwerpunkte in den ersten beiden Lehrjahren gemeinsam beschulen könne und sich erst im letzten Jahr die Fachklassen den einzelnen Schwerpunkten widmeten.

Kuhn referierte auch zum Thema „Service- und Neuwagenbörsen im Internet - wegschauen oder mitmachen?“ Er betonte, dass sich Autohändler und Werkstätten über Jahre hinweg das Vertrauen der Kundschaft verdient hätten. „Und in dieser Lage kommen zahlreiche Onlinebörsen auf uns zu, von denen einige schwer zu durchschauen sind.“ Einige Kollegen fragten, ob sich die Börsen nicht vom Verband verhindern ließen, „das können wir natürlich nicht, denn es herrscht Marktwirtschaft.“ Die Online-Angebote entstünden durch ein verändertes Käuferverhalten - so gebe es beispielsweise in Deutschland derzeit rund 35 Millionen Smartphones. „Die meisten Neuwagenkäufer informieren sich im Internet, bei Gebrauchtwagenkäufen liegt die Quote sogar bei 100 Prozent“, so Kuhn. Dies sei auch eine Chance für die heimischen Händler. „Zwar gibt es Kunden, die ein Neufahrzeug beim heimischen Händler Probe fahren und dann im Internet kaufen.“ Eine Möglichkeit, vom Online-Boom zu profitieren, habe Mercedes gerade vorgestellt: Der Kunde konfiguriert sein Fahrzeug im Internet, holt es dann aber beim örtlichen Händler ab. „So werden die regionalen Händler eingebunden - so bleibt auch die Marge zumindest zum Teil beim Händler.“

Thomas Klein vom Landesverband berichtete von einer Initiative, um das „Glasgeschäft“ -also Scheibenreparatur und -austausch - in die Fachwerkstätten zurückzuholen und es nicht Firmen wie Carglass und Co zu überlassen. So betreibe der Kfz-Verband Schleswig-Holstein bereits sehr erfolgreich eine Autoglas-Plattform im Internet - diese solle nun auch in Hessen eingeführt werden. Die Kunden wenden sich an ein Service-Center, das die Daten aufnimmt und die Kunden dann an eine Werkstatt in ihrer Nähe vermittelt. Um die Datenbank im Netz aufzubauen und das Servicecenter zu betreiben, müssen sich die heimischen Händler jedoch finanziell beteiligen. Dies stieß auf Skepsis in der Runde - noch dazu, weil viele Versicherer Rahmenabkommen beispielsweise mit Carglass hätten.

von Andreas Schmidt

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