Volltextsuche über das Angebot:

31 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Keine Vollzeitarbeit – kein Job

Gericht Keine Vollzeitarbeit – kein Job

Nach ihrer Elternzeit wollte eine 34-Jährige ihre Vollzeitstelle in eine Teilzeitstelle umwandeln. Der Arbeitgeber stimmte dem aus betrieblichen Gründen nicht zu. Gegen eine Abfindung wurde das Arbeitsverhältnis beendet.

Marburg. Seit 1994 war die 34-Jährige als Sachbearbeiterin im Einkauf bei ihrem bisherigen Arbeitgeber beschäftigt. Bevor sie das erste Mal in Elternzeit ging, arbeitete sie dort 37,5 Stunden pro Woche. Wie die Klägerin während der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Marburg erläuterte, habe sie während der Elternzeit in Teilzeit gearbeitet.

In dieser Phase wurde sie zum zweiten Mal schwanger, sodass ihre erste Elternzeit direkt in eine zweite Elternzeit übergegangen sei. Während dieser Zeit habe sie nicht gearbeitet. Einige Monate vor Ablauf der Elternzeit schrieb die Klägerin ihrem Arbeitgeber, dass sie „ihre Halbtagsstelle“ ab Juli wieder antreten möchte. Dies wurde seitens der Firma abgelehnt.

Statt ihrer bisherigen Arbeitsstelle in der Verwaltung, die nach Auskunft des Geschäftsführers „wegen Restrukturierung“ weggefallen sei, bot man ihr eine Vollzeitstelle in der Produktion an. Die Klägerin bekam nach eigenen Angaben weder sachliche noch betriebliche Gründe für die Ablehnung ihres Antrags genannt und wollte daher vor Gericht eine Teilzeitstelle erstreiten, schließlich sei es ihr wegen der Betreuung der Kinder nicht möglich, in Vollzeit zu arbeiten.

Der Arbeitgeber der 34-jährigen Mutter ging jedoch davon aus, dass kein Rechtsanspruch auf eine Teilzeitstelle bestehe. „Gibt es denn keine Teilzeitstelle in der Verwaltung oder der Produktion?“, hakte der Arbeitsrichter nach. „Wir arbeiten im Schichtdienst. Das bedeutet, wir müssten jemanden finden, der immer die Nachmittagsschicht übernehmen würde“, so der Geschäftsführer. Dies gestalte sich schwierig.

von Patricia Kutsch

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Mittwoch in der Printausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland