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„Keine Aufbruchstimmung“ vor Winter

Arbeitslosigkeite „Keine Aufbruchstimmung“ vor Winter

„Entspannung vor dem Winter“ - so fasst die Bundesagentur für Arbeit die Zahlen des Novembers für den Landkreis zusammen. Weniger Menschen sind ohne Beschäftigung, doch auch die Zahl der neuen Stellen ist rückläufig.

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Marburg. 5097 Menschen im Landkreis waren im November bei der Agentur arbeitslos gemeldet. Somit lag die Zahl sowohl unter der des Vormonats, als auch unter der des Vorjahres. Gegenüber dem Oktober sank die Arbeitslosenzahl um 4,8 Prozent (259 Personen) und auch im Vergleich mit dem November 2012 liegt die Zahl um 4,2 Prozent beziehungsweise 222 Menschen tiefer. Hessenweit ist Marburg-Biedenkopf damit unter den drei bestplatzierten Landkreisen. Die Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent, wird lediglich durch Fulda (3,3 Prozent) und den Hochtaunus (3,9 Prozent) unterboten. Landesweit liegt der Schnitt bei 5,5 Prozent, bundesweit bei 6,5 Prozent.

1067 Menschen fielen diesen Monat neu in die Arbeitslosen-Statistik hinein (143 weniger als vor einem Jahr und 201 weniger als im Vormonat), 1288 meldeten sich hingegen bei der Agentur ab (91 mehr als im November 2012 und 135 weniger als im Oktober). Eine hohe Fluktuation wurde besonders in den Verkaufsberufen beobachtet, in denen 96 neue Arbeitslose hinzu kamen, 135 Menschen jedoch von der Liste gestrichen werden konnten. Auch in der Metallbranche wurden 82 Menschen neu aufgenommen, 104 aber gestrichen. In klassischen Büro-Tätigkeiten betrug die Zahl der Neu-Arbeitslosen 79, im Gegenzug wurden 76 Menschen aus der Förderung herausgeholt.

Differenziert nach Geschäftsstellenbereichen liegt die Zahl der Erwerbslosen bei der Hauptagentur in Marburg bei 2734 Personen (4,2 Prozent). Im Einzugsgebiet der Geschäftsstelle Stadtallendorf beträgt sie 1301 Menschen (4,1 Prozent) und im Bereich der Geschäftsstelle Biedenkopf sind 1062 Arbeitslose gemeldet (3,3 Prozent).

Jugendarbeitslosigkeit deutlich zurückgegangen

Ein positiver Trend zeichnete sich, im Gegensatz zum Vorjahr, besonders bei den Jugendlichen (Alter von 15 bis 25 Jahren) ab. Während es in dieser Bevölkerungsgruppe in Hessen insgesamt 2 Prozent Arbeitslose mehr als noch vor einem Jahr gibt, sank die Zahl im Landkreis um 17,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat liegt die Quote um 12,7 Prozent niedriger. Erklärungsansätze sieht die Agentur bei zusätzlich eingestellten Vermittlern für junge Menschen, vor allem aber auch im sich abzeichnenden Fachkräftemangel. Viele Betriebe seien angesichts dessen eher bereit Nachwuchskräfte zu halten und langfristig an das Unternehmen zu binden.

Trotz der vielen verbesserten Zahlen, sieht die Agentur „keine Aufbruchstimmung“ auf dem Arbeitsmarkt. Nur 425 Stellen (Marburg: 253, Stadtallendorf: 81, Biedenkopf: 91) wurden im November neu besetzt, ein Jahr zuvor waren es noch 556 Arbeitsplätze und somit 131 (23,6 Prozent) mehr gewesen. Auch im Oktober waren noch 559 Jobs neu vergeben worden, also 134 mehr (24 Prozent). Der Oktober sei jedoch auch ein starker Monat gewesen, argumentiert die Agentur. Dementsprechend sei es eine normale Entwicklung, dass sich die Zahlen in der Folge wieder relativierten. Doch auch im Jahresschnitt liegt die BA in diesem Bereich mit bisher 6318 vermittelten Stellen im Jahr 2013 um 6 Prozent (393 Stellen) hinter dem Vorjahreszeitraum zurück.

Nachdem etwa im Gastgewerbe noch 50 neue Stellen im Oktober geschaffen worden waren, betrug die Zahl im November nur noch 13 Arbeitsplätze. Auch in der Metallbranche seien einige Betriebe „am Ende ihrer Kapazitätsauslastung“ angekommen und könnten trotz voller Auftragsbücher keine neuen Mitarbeiter einstellen. Die meisten Stellen wurden im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (118) angemeldet. Im verarbeitenden Gewerbe waren es 49 Arbeitsplätze, im Handel 52 Jobs und im Gesundheits- und Sozialwesen 48 Plätze.

Aufgrund der schlechteren Statistik im Bereich der Vermittlung fällt die Bilanz des Novembers trotz der rückläufigen Arbeitslosenzahlen nicht durchweg positiv aus, wird jedoch als „Entspannung vor dem Winter“ gewertet. Durch die Witterungsverhältnisse in den Wintermonaten sind besonders Außenberufe oftmals gefährdet, sodass die Arbeitslosenzahlen in den nächsten Monaten steigen könnten.

Von den 5097 arbeitslosen Menschen fallen 3040 unter die Grundsicherung für Arbeitslose (SGB II) und 2057 unter das Arbeitsförderungsrecht (SGB III). Das Kreisjobcenter (KJC), dass für die Langzeitarbeitslosen zuständig ist, zieht daher eine positive Bilanz für die unter das SGB II fallenden Menschen, deren Zahl um 3,3 Prozent (135 Personen) gegenüber dem Oktober auf 3040 Menschen sank. Im Vergleich zum November 2012 bedeutet dies 392 Langzeitarbeitslose weniger (11,4 Prozent). Der regionale Arbeitsmarkt sei demzufolge „weiterhin aufnahmefähig“. Doch auch das KJC rechnet mit saisonalen Rückgängen im Winter.

von Peter Gassner

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