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Hinterland Kein bemaltes Ei gleicht dem anderen
Landkreis Hinterland Kein bemaltes Ei gleicht dem anderen
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18:40 28.03.2013
Das Bemalen von Ostereiern ist Anke Tauschers Hobby. Am liebsten benutzt sie Tusche.Foto: Björn-Uwe Klein
Friedensdorf

Kunstvolle Muster, Sprüche, Gedichte und sogar Kirchenansichten bringt Anke Tauscher auf Eierschalen auf. Eine Tätigkeit, die viel Geduld und ein ruhiges Händchen erfordert - zugleich eine Beschäftigung, die ihr beim Abschalten hilft. Etwa dann, wenn sie abends von der Arbeit kommt. „Manchmal stricke ich dann auch“, sagt Tauscher.

Entdeckt hat sie ihr Hobby im Jahr 1986 bei einem Eiermal-Kurs von Fritz Schöttner im Friedensdorfer Kirchenmuseum. „Am Anfang habe ich mit einem feinen Pinsel gemalt, später habe ich zur Feder gewechselt.“

Am liebsten benutzt Tauscher Tusche. „Wachs ist nicht so mein Ding.“ Zweimal grundiert sie ihre Eier. Das Trocknen dauert jeweils eine halbe Stunde. Erst danach erhalten die Eier ihre Verzierungen. Manchmal nur Muster, manchmal auch Ansichten: Zum Beispiel die Kirchen von Damshausen und Friedensdorf.

Zudem versieht Tauscher ihre Eier häufig mit Sprüchen oder Gedichten. Dabei benutzt sie eine moderne Schrift. Die Schreibschrift, die bei hessischen Ostereiermalereien früher gebräuchlich war, könne heute fast niemand mehr lesen. Auch sie selbst habe damit große Schwierigkeiten.

Bei großen Eiern trägt Tauscher auch schon mal längere Texte auf. So hat sie ein Straußenei mit einer Liedzeile der Popband „Ich + Ich“ versehen.

Eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Eierschalen spiele Spontanität. „Ich nehme mir ein Ei und weiß nicht was drauf kommt. Ich fange einfach an, mache die ersten Striche und am Ende ist kein Ei wie das andere.“

Etwas genauer hinsichtlich der Farbgebung und Motive ist Tauscher im Vorfeld festgelegt, wenn sie Eier auf Wunsch bemalt. Manchmal kommen Interessenten mit sehr konkreten Motivwünschen auf sie zu, und zwar nicht nur zur Osterzeit.

Längst hat sich ihr Hobby im Ort herumgesprochen. Freunde und Bekannte geben regelmäßig Eier in Auftrag, beispielsweise als Geschenke für Taufen und Konfirmationen. Auch begeisterte Kunden von Ostermärkten bestellten immer wieder Eier mit bestimmten Motiven, sagt sie.

Beim Versenden mit der Post ist höchste Vorsicht geboten. Das hat Tauscher auf die Idee gebracht, die ausgeblasenen Eier zur Sicherheit in Windeln zu verpacken.

Wie zeitintensiv das Bemalen ist, hänge von der Art der Eier ab. Recht aufwendig sei die Arbeit bei einem Straußenei, nicht allein wegen der Größe. „Straußeneier haben manchmal grobe Poren, da versagen dann oft die Schreibfedern. Mindestens drei Schreibfedern gehen bei einem Straußenei drauf.“

Viel Zeit und Geschick erfordere auch das Bemalen von Taubeneiern - freilich nicht wegen der Größe, sondern wegen der Zerbrechlichkeit. „Die sind zwar ganz klein, man braucht aber fast genauso lange wie für ein Straußenei.“

Allerdings gingen bei der Arbeit nur selten Eierschalen kaputt, sagt Tauscher. Selbst, wenn eine Schale zerbricht, sei die Arbeit nicht immer umsonst. Häufig verwende sie zerbrochene Eierschalen als Dekorationselemente, beispielsweise in Verbindung mit Moos, Holz und Rinde.

Einmal sei eine Eierschale in zwei fast gleich große Hälften zerbrochen. Eine der Hälften habe sie mit ihrem Namen beschriftet und so zu einer Visitenkarte für ihren Stand auf einem Ostermarkt umfunktioniert.

Die Ostermärkte in Schlierbach und Lixfeld haben im Terminkalender von Tauscher ihren festen Platz gefunden, ebenso der Frühlingsmarkt in Gladenbach. In diesem Jahr beteiligte sie sich außerdem an einem Ostermarkt rund um die Greifensteiner Burg.

Eine häufige Begleiterin bei Märkten ist ihre Mutter, die oft zu den ersten gehört, die Anke Tauschers Eiermalereien zu sehen bekommen. „Sie ist kritisch und sagt klar, ob es ihr gefällt oder nicht.”

Fachgespräche führt Tauscher mit Nachbarin Kathi Fett, die ihre Liebe zum Eiermalen teilt. Es sei ein Hobby, dem man sich nahezu ganzjährig widmen könne, sagt Tauscher. Wenn bei anderen Weihnachten ist, ist bei Tauschers Ostern.

von Björn- Uwe Klein

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