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Hinterland Kehrtwende: Rhön gesteht Sparpläne
Landkreis Hinterland Kehrtwende: Rhön gesteht Sparpläne
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18:14 04.06.2012
Am Klinikum soll gespart werden. Jetzt hat der Pressesprecher erstmals offiziell zugegeben. Foto: Nadine Weigel Quelle: Nadine Weigel
Marburg

In einem Infobrief an die Mitarbeiter des UKGM hat Geschäftsführer Martin Menger die Personalien bekannt gegeben. Menger selbst bleibt als Geschäftsführer des Kaufmännischen und der „Zentralen Dienste“ Hauptverantwortlicher, wird durch die Verwaltungsleiter Häuslpelz (kaufmännischer Verwaltungsleiter) und eiss (Verwaltungsleiter „Zentrale Dienste“) unterstützt.

Unterdessen bestätigte Hans-Jürgen Heck, Pressechef der Rhön-Klinikum AG, dass es zu Beginn des Jahres sehr wohl Überlegungen gegeben habe, an den Standorten Marburg und Gießen mehr als 500 Stellen streichen zu wollen. Verantwortliche des Uniklinikums hatten diese Zahl, die die OBERHESSISCHE PRESSE exklusiv veröffentlichte, stets bestritten und erwidert, solche Überlegungen habe es nie gegeben.

Nun also die Kehrtwende, nachdem sich die Frankfurter Rundschau auf ein internes Papier beruft. Dort heißt es: Der Personalstand im Januar 2012 habe um 630 Vollzeitkräfte über dem Zielwert der Soll-Planung gelegen. „Die Zahlen sind inzwischen längst überholt und liegen deutlich darunter“, sagte Heck. Bevor das Unternehmen einen konkreten Stellenabbau beschließe, wolle es weitere Gespräche mit allen Beteiligten führen.

Zum ersten Mal also gibt die Rhön AG zu, Stellen abbauen zu wollen. Aussagen, die das Marburger Bündnis „Gemeinsam für unser Klinik“ und die Initiative NotRuf 113 in ihren Protestaktionen bestärken. Die Rufe nach der Ent-Privatisierung werden zunehmend lauter. NotRuf 113 warnt an höchster Länder-Stelle, den geplanten Verkauf des Uniklinikums an die Fresenius-Tochter Helios ohne Weiteres hinzunehmen.

In einem Brief an Ministerpräsident Volker Bouffier und Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann heißt es, es wäre unverzeihlich, wider besseren Wissens einen Fehler zweimal zu begehen. Die Initiative kündigt an, weiter gegen Missstände, die tagtäglich die Mitglieder erreichen, anzuprangern. „Die hessische Bevölkerung wird es nicht vergessen, wenn Sie die Uniklinik an Helios weiterreichen und sich nicht für die Wissenschaft, nicht für eine gute Ausbildung unserer Medizinstudenten und nicht für eine gute Versorgung der Bevölkerung an der drittgrößten Uniklinik Deutschlands entschieden haben“, heißt es in dem Schreiben.

NotRuf 113 gehört dem Bündnis „Gemeinsam für unser Klinik“ an und ruft die Bevölkerung auf, sich ebenfalls anzuschließen. „Die Sparpläne am Klinikum betrifft jeden. Es geht um die Qualität der Krankenversorgung“, sagt Dr. Ulrike Kretschmann von der Initiative.

Bündnis plant weitere Protestaktionen

Am heutigen Dienstag steht das nächste Treffen des Bündnisses an. Um 20 Uhr wollen die mittlerweile mehr als 90 Anhänger und Gruppen ihr weiteres Vorgehen in den Räumen von Verdi (Bahnhofstraße 6, Gladenbach) abstimmen.

Unterdessen wurde bekannt, dass am 12. Juni in Marburg die nächste Betriebsversammlung ansteht. Vonseiten der Geschäftsführung will sich Dr. Gunther Weiß den Angestellten stellen. Bei der letzten Versammlung kamen fast 800 UKGM-Angestellte.

Betriebsratsmitglied und Verdi-Vertrauensmann Michael Kroll verdeutlicht: „Die Leute sind verunsichert. Sie fordern Antworten auf Fragen, die sie aber nicht bekommen.“ Er selbst ist seit 22 Jahren am UKGM angestellt. Er kennt die Kollegen, die Vorgesetzten. Und er kennt auch Krisenzeiten. Die aktuelle Situation auf den Lahnbergen jedoch ist neu: „So schlimm wie jetzt war es noch nie.“

von Carsten Bergmann

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