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Verbindlichkeit ist das Zauberwort

Gute Vorsätze im Job Verbindlichkeit ist das Zauberwort

Zu Silvester fassen viele Menschen gute Vorsätze, meistens für ihr Privat­leben. Aber warum nicht mal was für den Job vornehmen? Möglichkeiten gibt es viele – bis hin zur Gehaltserhöhung.

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Gerade zum Jahresende nehmen sich viele Menschen vor, im kommenden Jahr „alles anders“ zu machen – gute Vorsätze können auch für das Berufsleben eine Rolle spielen. Foto: Franziska Gabbert / dpa

Quelle: Franziska Gabbert / dpa

Aachen. Gute Vorsätze können nicht nur im Privatleben, sondern auch im Job sinnvoll sein. Entscheidend ist allerdings, dass man sie als konkrete Ziele formuliert, sagt Karriere­coach Michael Fridrich aus Aachen. Denn dann können Vorsätze nicht nur motivieren, sondern sogar die Einstellung zum Job verändern. Vage Absichtserklärungen sorgen dagegen für Frust und Ärger.

OP: Viele haben für das neue Jahr gute Vorsätze im Stil von „Ich will mehr Sport treiben.“ Lohnt sich das auch beruflich?
Michael Fridrich: Absolut. Jedoch nur, wenn es sich um konkrete Ziele handelt – und nicht nur Vorsätze!

OP: Wo ist da der Unterschied?
Fridrich: Ziele sind konkret und verbindlich und keine vagen Absichtserklärungen, bei denen­ immer Hintertürchen ­offen bleiben.
Im Privatleben ist das der ­Unterschied zwischen „Ich trainiere ab 2. Januar zweimal wöchentlich für je eine halbe Stunde im Fitnessstudio“ und „Ich könnte mal wieder mehr Sport machen“. Ein Beispiel im Beruf ist „Ich steigere mein Einkommen im kommenden Jahr um zehn Prozent“ – statt lediglich „Ich will eine Gehaltserhöhung“.

OP: Also alles eine Frage der ­Formulierung?

Fridrich: Die Formulierung ­beeinflusst die eigene Einstellung. Es geht darum, zum Beispiel gewisse Reizworte zu vermeiden. „Ich muss“ setzt mich stark unter Druck und ist damit gefährlich. Auf der anderen Seite bieten Weichmacher wie „Ich könnte“ oder „eventuell“ zu viele Rückzugsmöglichkeiten. Ein klar formuliertes Ziel schafft einen konkreten Handlungsrahmen, in dem ich mich bewege. Und es motiviert mich, weil es automatisch meine Einstellung verändert – weg von einer „Ja, aber“-Mentalität, die nur blockiert, hin zu einer Haltung im Sinne eines „Warum nicht?“.

Foto: melanie fredel.fotografie/dpa-tmn

OP: Wie muss ein gutes Ziel dann formuliert sein?
Fridrich: Relativ bekannt ist das Smart-Prinzip, das sehr hilft. Das S in Smart steht für spezifisch, M wie messbar, damit ich es auch kontrolliere, A wie attraktiv, damit sich Entbehrungen und Mühen dafür auch lohnen, R wie realistisch und T wie terminiert, also mit einer festen Deadline verbunden.

OP: Realismus haben Sie jetzt auch genannt – zu hoch zielen sollte man also nicht?
Fridrich: Jedoch auch nicht zu niedrig. Meiner Erfahrung nach ist es gut, wenn Ziele eher ambitioniert sind – und man dann nicht zu hart mit sich selbst ist, wenn man sie knapp verfehlt. Acht von zehn sind noch immer mehr als drei von drei.

OP: Wie würden Sie diese Ziele festhalten?
Fridrich: In einem Unternehmen kann man die Ziele natürlich als Zielvereinbarung mit dem Vorgesetzten festhalten. Gerade wenn man sich um eine Beförderung oder eine Gehaltserhöhung bemüht, ist das nach wie vor ein sehr gutes­ ­Instrument. Sie können Ihre Ziele auch nur für sich notieren. Ich pflege eine Tabelle auf meinem Computer mit acht beruflichen und vier persönlichen Zielen für das laufende Jahr. Die sehe ich jedes Mal, wenn der Rechner hochfährt. So habe ich immer auf einen Blick meinen aktuellen Wasserstand.

OP: Aber führt das nicht dazu, dass man sich ständig über sich selbst ärgert?
Fridrich: Das hängt davon ab, wie wertschätzend und ehrlich Sie im Umgang mit sich selbst sind. Man sollte sich natürlich nicht in die Tasche lügen, um verfehlte Ziele zu erklären. Wenn es jedoch nachvollziehbare Gründe gibt, eine Krankheit etwa oder andere Hindernisse, spricht nichts dagegen, die laufenden Ziele zum Beispiel zur Jahresmitte anzupassen oder auch neu zu definieren.

von Tobias Hanraths

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