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Hinterland Kampf gegen „Arbeitslosigkeit“ im Stock
Landkreis Hinterland Kampf gegen „Arbeitslosigkeit“ im Stock
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12:05 26.06.2009
In der von Markus Wege (links) betreuten Gruppe von Probe-Imkern begutachtet Michael Schmidt aus Frechenhausen eine Wabe. Quelle: Foto: Berge

Sinkershausen. Seit Mitte April treffen treffen sich 19 Gleichgesinnte aus dem Hinterland und Lohra regelmäßig, um in drei Gruppen unter der fachlichen Anleitung von erfahrenen Mitgliedern des Bienenzuchtvereins Gladenbach und Umgebung das Imkern in seinen Grundzügen kennenzulernen.
Wir haben viel gelernt, nicht nur in der Theorie: An den uns leihweise zur Verfügung gestellten Ständen legen wir jede Woche selbst Hand an.
Zu den wichtigsten Aufgaben im Frühjahr zählt es, die Völker regelmäßig zu kontrollieren, ihnen unter anderem genügend Raum für neue Brut und das Eintragen von Nektar und Pollen zu geben.
Bisher schleppten die Bienen jede Menge Nahrung in die Stöcke und bescherten eine relativ reiche, erste Honigernte.
Wenn die Bienen sich mit Nahrung bevorraten spricht man von der Tracht. Bei guter Tracht besteht schnell die Gefahr, dass die Bienen aus Platzmangel Honig in die Brutwaben eintragen. Die Königin – auch Weisel genannt – findet nicht mehr genügend leere Zellen zur Eiablage und schränkt das Eierlegen ein.
Das Volk wächst nicht ausreichend, Arbeitslosigkeit macht sich breit, weil die Jungbienen kaum mehr Brut zum Pflegen haben.
Seit April haben wir auch Baurahmen in die Zargen gesetzt. Hängt man sie in das Brutnest oder an seinen Rand, dann errichtet das Volk in den leeren Rahmen in der Regel ausschließlich Brutzellen für Drohnen (männliche Bienen). Unter anderem dient dies der Varroa-Bekämpfung. Die Drohnenbrut wird nämlich von den Varroamilben deutlich stärker befallen als die Arbeiterinnenbrut. Die verdeckelte Drohnenbrut wird ausgeschnitten, und der leere Rahmen wieder als Baurahmen ins Volk zurückgegeben.
Mit der Brut hat man die gefährlichen Milben entfernt, und der Drohnenwabenbau dient dem Imker zur Wachsgewinnung.
Der Baurahmen ist auch ein Barometer für die Schwarm-Stimmung in einem Volk. Wird er zügig ausgebaut, muss man sich keine Gedanken machen, dass sich das Volk teilt und damit ein Teil der Bienen den Stock verlässt. Das Schwärmen der Bienen ist zwar ein biologisch sehr wichtiger und eindrucksvoller Prozess, aber dem Imker und der gemeinen Honigbiene nicht immer dienlich.
Das Schwärmen ist der einzige Weg, auf dem sich frei lebende Bienenvölker teilen und vermehren können. Frei abfliegende Schwärme gehen aber schnell verloren, können zum Ärgernis für Nachbarn und Anwohner werden.
Ist ein Volk durch das Schwärmen kleiner geworden, fällt es für die Honigerzeugung weitgehend aus. Würde ein geschwärmtes Volk der gemeinen Honigbiene nicht wieder eingefangen, dann wäre es dem Untergang geweiht.
Anstatt schwärmenden Völkern hinterherzurennen, haben wir inzwischen den ersten Honig geschleudert. Davon soll in der nächsten Folge die Rede sein.
Weitere Informationen über das Probeimkern und den Bienenzuchtverein Gladenbach und Umgebung gibt es bei Hans-Christian Mika, Vor dem Wäldchen 4, 35102 Lohra-Seelbach, Telefon 06462/5703 und auf der Internetseite des Vereins „www.imkerverein-gladenbach.de“.

von Hartmut Berge

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