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Wochenmarkt verliert eine „Institution“

Käse-Schmidt Wochenmarkt verliert eine „Institution“

„Käse von Schmidt – 
immer ein Hit“: Dieser 
Slogan ist in Gladenbach nicht mehr zu lesen und zu hören. Nach 33 Jahren verabschiedeten sich 
Elli und Adolf Schmidt 
mit ihrem Käse-Stand 
vom Wochenmarkt.

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Blumen zum Abschied von Adolf Bellersheim (Ehrenvorsitzender des Gewerbevereins, links) und Bürgermeister Peter Kremer (rechts) für die Markthändler Elli und Adolf Schmidt. Die Käsehändler schlossen nach 33 Jahren ihren Stand auf den Gladenbacher Wochenmarkt.

Quelle: Michael Tietz

Gladenbach. Wehmut schwingt mit, als Adolf Schmidt ein Tablett, gefüllt mit einigen Spezialitäten, aus seinem vielfältigen Warenangebot in die Runde reicht, die Gäste greifen zu und genießen.

„Es war eine schöne Zeit“, sagt der Händler aus Schwabendorf und wischt sich eine Träne aus dem Gesicht. Seit November 1984 sind er und seine Frau
 Elli jeden Donnerstag in Gladenbach zu Gast und bereichern mit ihrem Käse-Sortiment den Wochenmarkt. Nun ist Schluss mit dem ­Geschäft, beide treten in den Ruhestand ( die OP berichtete).­ „Wir hatten hier immer ein freundschaftliches Miteinander“, blickt Schmidt zufrieden zurück.

Im September 1984 gaben Magistrat und Stadtverordnetenversammlung „grünes Licht“ für den Wochenmarkt. „Es sollte ein ,grüner Markt‘ sein – aus der Region für die Region“, erklärt Bürgermeister Peter Kremer.

Neuer Standplatz hat sich bewährt

Die Premiere fand am 1. November desselben Jahres statt. Von Anfang an dabei sind der Obst- und Gemüsehandel Jung aus Biedenkopf, die Landschlachterei Lang aus Allna und die Fleischerei Schorge aus Weidenhausen. Ebenfalls im November 1984 stießen Elli und Adolf Schmidt aus Schwabendorf mit ihrem Käse-Angebot hinzu.

Anfangs waren es 18 Händler, nun bestücken 11 Unternehmen jeden Donnerstag von 8 bis 13 Uhr den Markt. Der fand in den ersten Jahren am alten Markt in Gladenbach statt – zwischen Marktstraße und Martinskirche. Aus Sicherheitsgründen erfolgte 1997 der Umzug auf den Marktplatz. „Der neue Standplatz hat sich bewährt“, erklärt Marktmeister Bruno Hercher von der Stadtverwaltung.

Selten habe er ein so harmonisches Miteinander von Händlern und Stadt wie hier in Gladenbach erlebt, sagt Paul Jung. Der Obst- und Gemüsehändler ist jeden Donnerstag der Erste, der seinen Stand auf dem Marktplatz aufbaut. Von einem „guten Gesamtpaket“ spricht auch Adolf Schmidt, der auf einen weiteren Pluspunkt für Gladenbachs Mitte hinweist: „Dies ist der einzige Markt, bei dem die Kunden direkt an den Ständen parken können – und das kostenlos.“

Bürgermeister verabschiedete die Schmidts

Die ansprechende Atmosphäre des Wochenmarktes stellt ebenso Adolf Bellersheim, Ehrenvorsitzender des Gewerbevereins, heraus. Dazu hätten über viele Jahre auch Elli und Adolf Schmidt beigetragen. Sie seien eine Institution auf dem Wochenmarkt, betont Bellersheim – und das nicht nur wegen ihrer riesigen Auswahl an geruchsintensiven Produkten aus vielen Ländern.

Für ihre Kunden hätten beide stets nützliche Informationen zu Herkunft, Geschmack und Reifegrad des Käses parat. Als kleines Dankeschön für die langjährige Treue überreicht Bürgermeister Peter Kremer Elli und Adolf Schmidt Blumen und ein Geschenk.

Auf Käse-Spezialitäten brauchen die Kunden auf dem Wochenmarkt aber auch in Zukunft nicht verzichten. Das Unternehmen Kirschbaum aus Betzdorf im Landkreis Altenkirchen, das auf vielen Wochenmärkten zu finden ist, kommt am 2. November erstmals mit einem Verkaufswagen nach Gladenbach.

von Michael Tietz

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