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Jury nimmt Kapelle unter die Lupe

Hessischer Denkmalschutzpreis Jury nimmt Kapelle unter die Lupe

Die Fachleute sahen sich in der alten Fachwerkkapelle in Niedereisenhausen ganz genau um. Das Gotteshaus steht in der engeren Auswahl für den hessischen Denkmalschutzpreis.

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Die Fachjury machte sich ein Bild von der restaurierten Niedereisenhäuser Kapelle.

Quelle: Sascha Valentin

Niedereisenhausen. Bezirkskonservator Bernhard Buchstab hatte die Niedereisenhäuser Kapelle für den hessischen Denkmalschutzpreis vorgeschlagen.­ Der Preis, der vorbildliche Denkmalpflege würdigt, ist mit 20.000 Euro dotiert. Da mit der Restaurierung oft auch großer ehrenamtlicher Einsatz verbunden ist, wird 2017 erstmals auch ein mit 5000 Euro dotierter ­Ehrenamtspreis verliehen.

Eine erste Hürde hat die Niedereisenhäuser Kapelle – das einzige aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf angemeldete Projekt – bereits genommen. Aus hessenweit 50 Bewerbern wurde das Gebäude in die engere Auswahl von 14 Objekten aufgenommen.

Die Entscheidung liegt nun bei der zehnköpfigen Jury, die in der vergangenen Woche alle Finalisten besucht hat, um sich ein Bild von der Restaurierung der Objekte zu machen.

In Niedereisenhausen begrüßten Vertreter des Dorfvereins und die Vorsitzende Ute Ruffert die fachkundigen Besucher. Ute Ruffert erklärte den Gästen die Entwicklung bis hin zur Restaurierung der Kapelle.

Bezirkskonservator: historischer Charme erhalten

Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege und Vorsitzender der Jury, machte den Niedereisenhäusern durchaus Hoffnung, in die engere Auswahl für den Preis zu kommen. Er habe die Kapelle vor drei Jahren schon einmal besucht und kenne daher noch deren ursprünglichen Zustand, sagte Harzenetter. „Davon ausgehend ist es wirklich eine bemerkenswerte Leistung, was hier geschaffen wurde“, betonte er. Gegenüber dem letzten Besuch sei die Kapelle kaum mehr wiederzuerkennen.

Dass dennoch darauf geachtet wurde, den historischen Charme des Gebäudes zu erhalten, darauf wies Bezirkskonservator Buchstab hin. Er erläuterte der Jury, dass die Empore lediglich gereinigt, ansonsten aber weitgehend im alten Zustand belassen wurde. Dasselbe gelte für die beiden Bänke unter der Empore. Und auch beim Aufbau der Wände sei auf den historischen Baustil geachtet worden.

Preisverleihung am 17. August

Buchstab sprach dabei dem Dorfverein ein großes Lob aus. Ohne den Verein wäre eine Sanierung der Kapelle nicht möglich gewesen, betonte er. Zunächst sollte diese nämlich durch die Gemeinde erfolgen, was sich jedoch als schwierig herausstellte. Deswegen sei der Verein in die Bresche gesprungen und habe die Kapelle im Jahr 2016 sogar in seinen Besitz übernommen. Ziel des Vereins sei es nun, nach der Restaurierung, durch regelmäßige Veranstaltungen in der Kapelle das kulturelle Leben im Ort zu bereichern.

Die Jury, der Vertreter der Denkmalbehörden, des Handwerks und der Lotterie Treuhandgesellschaft als Stifter des Denkmalschutzpreises angehören, schaute sich das Gebäude vom Bruchsteinboden bis zum Dachgebälk und dem Glockenturm genau an, um in den kommenden Wochen entscheiden zu können.

Die Preisverleihung an die Gewinner des hessischen Denkmalschutzpreises erfolgt am 17. August im Schloss Biebrich durch den hessischen Kunst- und Kulturminister ­Boris Rhein.

von Sascha Valentin

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