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Julian Schweitzer hat Aufgaben im Blick

Endbachs Bürgermeister vereidigt Julian Schweitzer hat Aufgaben im Blick

Mit 25 Jahren ist Julian Schweitzer Hessens jüngster Bürgermeister. Gestern Abend wurde er während der Gemeindevertretersitzung ins Amt eingeführt. Heute ist sein erster
Arbeitstag.

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Karl-Heinz Seitz, Vorsitzender der Bad Endbacher Gemeindevertretung (links), führte Hessens jüngsten Bürgermeister Julian Schweitzer vor 350 Besuchern im Kur- und Bürgerhaus ins Amt ein. Der scheidende Bürgermeister Markus Schäfer (rechts) händigte dem 25-Jährigen die Ernennungsurkunde aus.

Quelle: Thorsten Richter

Bad Endbach. Gestern war ein historischer Tag für Bad Endbach: Die Hinterlandkommune stellt mit Julian Schweitzer (25) Hessens jüngsten Bürgermeister und zum ersten Mal seit 25 Jahren lenkt wieder ein Sozialdemokrat die Geschicke der Gemeinde.

Amtseinführung Bürgermeister Julian Schweitzer in Bad Endbach. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Allerdings weiß Schweitzer keine Mehrheit hinter sich, nachdem die Sozialdemokraten Mitte Oktober nach 18 Monaten die Koalition mit der FWG aufgekündigt haben. Der Rathauschef muss also mit wechselnden Mehrheiten regieren, wenn er morgen als Chef der Verwaltung seine Amtsgeschäfte aufnimmt.

Am Abend seiner Vereidigung herrschte Hochstimmung im mit 350 Besuchern gefüllten Kursaal des Kur- und Bürgerhauses. Und eines war besonders auffällig: Der 25-Jährige kam authentisch rüber. Landrätin Kirstin Fründt bestätigte, dass Schweitzer in seiner ersten öffentlichen Rede bewiesen hat, dass er die richtigen Worte findet.

Bauchgefühl stets im Blick behalten

„Nicht, weil du so jung bist, sondern weil du weißt, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Fründt. Sie riet ihm, während der nächsten Jahre seiner Amtszeit sein Bauchgefühl stets im Blick zu behalten, dann werde das auch ein Erfolg für ihn und die Gemeinde werden.

Hinter Julian Schweitzer liegt ein Jahr, in dem er erfahren hat, wie dicht Erfolg und Misserfolg, Sieg und Niederlage beieinander liegen. Erst in der Stichwahl hatte er sich am 8. Oktober 2017 gegen seine Mitbewerberin Karina Schlemper-Latzel (parteilos) durchgesetzt.

Für ihn ist Politik nicht das, „was da oben passiert, sondern direkt vor der Haustür das eigene Leben bestimmt“. Als Bürgermeister sei er in unterschiedlichen Rollen unterwegs, müsse Entscheidungen treffen und später verteidigen. Er müsse andere überzeugen, um Mehrheiten zu finden. Aber vor allem müsse er „Mensch sein“, sagte Schweitzer.

Aufgaben für die kommenden Monate im Blick

Er wisse, dass er nun die Verantwortung zu tragen habe für knapp 8 000 Einwohner, und er ist der Dienstvorgesetzte von 100 Mitarbeitern in der Verwaltung, auf dem Bauhof, in der Kläranlage und im Eigenbetrieb. Für viele Entscheidungen müsse er ab Morgen allein die Verantwortung tragen. „Diese übernehme ich gerne“, stellte er klar. Auch will er gern die Verantwortung für die Gemeinde übernehmen.

Und er hat auch schon seine Aufgaben für die kommenden Monate im Blick: anstehende Straßensanierungen, die beschlossene Erweiterung der Kindertagesstätte „Wunderland“, den Kauf eines Feuerwehrfahrzeugs für die Einsatzkräfte in Wommelshausen und den Kauf eines Mannschaftstransporters für die Feuerwehr in Günterod und die Investition in eine moderne Ausstattung der Wehren.

Aus seinem Wahlkampf greift er die Idee für ein Konzept zur Bürgerbeteiligung mit auf sowie die Etablierung eines Kinder- und Jugendparlaments. Zudem möchte er dafür werben, testweise den Thermen-Eintritt für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr zu erlassen. Die Mandatsträger in der Gemeindevertretung spornte er dazu an, dass „Machbare anzupacken und umzusetzen“.

Was für den einen der Einstieg in sein Amt war, war für den anderen der Ausstieg: Für Markus Schäfer (CDU) endet heute seine zwölfjährige Amtszeit. Wenn Schweitzer morgen die Amtsgeschäfte übernimmt, ab dann ist Schäfer nur noch als Privatmann in Bad Endbach unterwegs.

von Silke Pfeifer-Sternke

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