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Jugendpflegerin polarisiert Dautphetals Fraktionen

Gemeindevertretung Jugendpflegerin polarisiert Dautphetals Fraktionen

Obwohl der Hauptausschuss schon Einigkeit über die Antrags-Begründung erzielte, wandelten die Gemeindevertreter in einer langwierigen Debatte über einen SPD-Antrag für ein Jugendpflege-Konzept die Sach- zur Personaldiskussion.

Dautphe. Die längsten Redebeiträge gab es am Montagabend in der Dautphetaler Gemeindevertretung zur Jugendpflege. Dabei ging es um die Weiterbeschäftigung von Sabine Bittner, deren Stelle zur Disposition steht. Als Grund dafür wurde bisher die Haushaltskonsolidierung angegeben, für die alles auf den Prüfstand müsse. Montagabend kam heraus: Die FW will diese Jugendpflegerin nicht mehr.

Auslöser war ein SPD-Antrag, der auf die Erstellung eines Jugendpflegekonzeptes abzielt. Die Diskussion dazu ließ den Vorsitzenden erkennen, dass ein Appell, wie bisher praktiziert, nicht mehr reicht. Gerd Raach kündigte an, rechtlich zu prüfen, wie er die Gemeindevertreter dazu anhalten kann, nur zum Thema zu reden.

Dieses spielte zuvor nur eine Nebenrolle. Den SPD-Antrag fanden alle Fraktionen gut, hatten auch schon im Haupt- und Finanzausschuss ihre Zustimmung signalisiert (die OP berichtete), damit der Gemeindevorstand beauftragt wird, ein „tragfähiges Konzept für die langfristige Entwicklung der Jugendarbeit zu entwickeln“.

Doch wie im Hauptausschuss ging es auch im Parlament um die Begründung, über deren Änderung schon im Ausschuss Einigkeit erzielt wurde. Die SPD brachte dennoch die Sprache auf die namentlich aus der Begründung gestrichene Jugendpflegerin. An der Nennung von Sabine Bittner störten sich die CDU und auch die FW, weil dies das Ergebnis der Konzepterstellung vorwegnehme. Zudem enthalte der SPD-Antrag Fragen, die nach zwei Jahren Arbeit der Jugendpflegerin beantwortet sein müssten, sagte Christian Weigel. Dautphetal solle für Jugendliche attraktiv bleiben und deshalb sei er gespannt auf die Schlüsse des Gemeindevorstands.

Klarer wurde Klaus Ronzheimer (FW): Man habe sich Ende 2010 zu diesem Experiment entschieden und müsse nun genau hinsehen, was es gebracht habe. Dazu habe er bei Vertretern von Vereinen und Verbänden nachgefragt, wie die Zusammenarbeit mit der Jugendpflegerin sei. „Die meisten kennen sie überhaupt nicht“, sagte Runzheimer. „So stellen wir uns kommunale Jugendarbeit nicht vor“, ergänzte er - allein im stillen Kämmerlein mit mäßigem Erfolg, wie auch die Beteiligung am Jugendtag gezeigt habe. Für eine aktive Jugendarbeit brauche man einen „Kümmerer“ und für die FW stehe fest: „Nicht mit Frau Bittner.“

Jürgen Dannenhaus (SPD), der als Vereinsvorsitzender nicht befragt worden sei, sprang der Jugendpflegerin bei und bemängelte unter anderem eine fehlende Unterstützung durch die Gemeindeverwaltung hinsichtlich des Jugendtags mit: „Wenn schon im Gemeindeblättchen nichts steht . . .“ Woraufhin Bürgermeister Bernd Schmidt (FW) entgegnete: Jeder Verwaltungsmitarbeiter habe seine Aufgaben zu erfüllen, was auch ordentlich und umfangreich erfolge, deshalb müsse er „den Rest in Schutz nehmen“.

Der SPD-Fraktionschef Joachim Ciliox bedauerte, dass der Vertrag nicht verlängert wird: „Ich habe das nie so negativ gesehen, wie es heute Abend vorgetragen wurde.“ Sein Parteifreund Helmut Griesel war über Ronzheimer empört: „Es wird eine Person in Grund und Boden verurteilt, ohne dass diese sich wehren kann.“ Er fand das „Niveau entsetzlich“.

von Gianfranco Fain

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