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Hinterland Fest übertrifft alle Erwartungen
Landkreis Hinterland Fest übertrifft alle Erwartungen
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13:42 19.07.2017
Auf dass der Jugendclub „Backes“ in Niederhörlen noch lange bestehe: Steffenbergs Bürgermeister Gernot Wege überreichte an die Club-Vorsitzende Nina Neumann einen symbolischen Staffelstab, der jeweils an die nachfolgenden Generationen weitergegeben werden soll. Quelle: Sascha Valentin
Niederhörlen

Mit einem Blick auf seine Entstehung und Entwicklung stimmte der Ehrenvorsitzende Jürgen Weigel die Gäste auf das Fest ein. In einem kurzweiligen Vortrag erzählte er, wie das „Experiment Jugendclub“ vor vier Jahrzehnten seinen Lauf nahm.

Das sei zu einem großen Teil auch dem damaligen Bürgermeister Hans Klingelhöfer zu verdanken gewesen, der sich 1977 des Wunschs einiger ­Jugendlicher aus Niederhörlen annahm, die nach einem Ort suchten, an dem sie gemeinsam Silvester feiern konnten, berichtete Weigel.

Klingelhöfer habe dabei ihr Anliegen, das alte Backhaus zu nutzen, von Anfang an unterstützt – zumal dieses nur noch als Abstellraum diente. War es dort zuerst noch beengt, richteten sich die Jugendlichen das ­alte „Backes“ – daher auch ihr Name – immer wohnlicher ein und schufen sich damit ein zweites Zuhause, betonte Weigel. Auch wenn der Jugendclub heute zudem eine eigene Hütte besitze, sei das „Backes“ stets Dreh- und Angelpunkt aller Aktivitäten des Clubs geblieben. Und dieser zähle mittlerweile zu den ältesten Jugendclubs in Hessen, betonte der Ehrenvorsitzende stolz.

Gratulanten loben Zusammenhalt im Verein

Das imponierte auch den ­Ehrengästen wie Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU), der klarstellte, dass es für einen Jugendclub keineswegs selbstverständlich sei, 40 Jahre lang zu existieren. Denn die meisten Gruppen dieser Art zerfielen bald wieder, wenn das Engagement der Jugendlichen, die sie gründeten, nachlasse. Der Niederhörlener Jugendclub erfinde­ sich hingegen immer wieder neu, stellte SPD-Bundestagsabgeordneter Sören Bartol fest. Das sei ein gutes Geheimnis, um das Feuer und die Leidenschaft für den Club über die ­Generationen weiterzugeben.

Steffenbergs Bürgermeister Gernot Wege (parteilos) griff diesen Gedanken mit einem symbolischen Geschenk auf: Er überreichte einen Staffelstab an Jugendclub-Vorsitzende Nina Neumann, mit der Vorgabe, diesen jeweils an ihre Nachfolger weiterzugeben, auf dass er noch durch viele Hände gehe und der Jugendclub noch viele Jubiläen, wie dieses feiern könne.

Den Gratulanten schloss sich Ortsvorsteher Adolf Tiemann an, der sich selbst an seine Erlebnisse mit dem Jugendclub erinnerte. Auch Wehrführer Claus Jörg Röder, der von der beispielhaften Kameradschaft im Club berichtete, gratulierte.

Der AfD-Direktkandidat für den Bundestag im Wahlkreis 171 Marburg, Julian Schmidt (AfD), der selbst Mitglied im Jugendclub „Backes“ ist, verwies darauf, wie sehr Vereine wie dieser den Zusammenhalt im Dorf stärken würden – und das in Zeiten, in denen dieser immer mehr zu schwinden drohe.

„Viel besser gelaufen, als wir uns das vorgestellt haben“

Zu Beginn des Kommers hatte Nina Neumann bereits über die aktuelle Situation des ­Jugendclubs berichtet. Erstmals seit dessen Gründung bestehe der aus mehr Mädchen, als Jungen, erzählte sie und verwies auf die vielen verschiedenen Aktivitäten der Mitglieder im Laufe­ eines Jahres. Zudem bedankte­ sie sich bei der Dorfgemeinschaft, die stets mit Interesse hinter den Veranstaltungen des Jugendclubs stehe und die Mitglieder auch bei den Vorbereitungen für diese Jubiläumsfeier unterstützt habe.

Am Freitag ging die Feier mit einer Mallorca-Party weiter. Samstag ging ein Festzug durch Niederhörlen und am Abend spielte die „Best-of-Band“ im Festzelt auf. Mit einem Familientag klang das Fest am Sonntag aus. Dies stelle auch einen Dank an die Bürger dar, sagte Vorstandsmitglied Svenja Weigel. „Es ist alles viel besser gelaufen, als wir uns das vorgestellt haben“, war Vereinsvorsitzende Nina Neumann zufrieden. Die Zahl der Besucher von nah und fern habe die Organisatoren positiv überrascht. Sogar aus der ungarischen Partnergemeinde Környe waren Gäste angereist.

Das traditionelle Fußballspiel der Alt-„Backeser“ gegen die aktuellen Mitglieder wurde diesmal in einem überdimensionalen Menschenkicker ausgetragen. Hierbei setzten die „Alten“ ihren Siegeszug der vergangenen Jahre fort.

von Sascha Valentin