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Jugend probt friedlichen Aufstand

Internationale Schülerkonferenz Jugend probt friedlichen Aufstand

Schüler aus neun Ländern und Europaschüler befassen sich während der internationalen Schülerkonferenz in Gladenbach mit ihren Zukunftschancen.

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Gleiche Voraussetzungen für Schüler und Studenten in Europa - dafür machen sich die Jugendlichen während der internationalen Schülerkonferenz in Gladenbach stark.

Quelle: Michael Tietz

Gladenbach . Finanzierung des Studiums, drohende Arbeitslosigkeit, hohe Lebensunterhaltskosten - diese Probleme und Ängste vereinen Jugendliche in ganz Europa. Dass es sich lohnt, friedlich für gerechte Bildungschancen für alle zu kämpfen, haben Jugendliche aus neun Nationen deutlich gemacht. „Aufstand der Jugend - Rebellion of the young“ lautete das Thema der viertägigen Konferenz an der Freiherr-vom-Stein-Schule.

Jugendliche aus England, Irland, Ungarn, Dänemark, Russland, Lettland, Italien, Polen und Deutschland tauschten sich über ihre Ausbildungschancen und Perspektiven in einem grenzenlosen Europa aus. Eine Gruppe aus Frankreich sollte ebenfalls an der Schülerkonferenz - der dritten dieser Art in Gladenbach - teilnehmen, musste aber kurzfristig absagen.

Teamarbeit, Gemeinschaftssinn und kreatives Arbeiten standen im Mittelpunkt der Schülerbegegnung. „Die Jugendlichen haben schnell zusammengefunden“, freut sich Markus Wege über den erfolgreichen Verlauf der Konferenz. Der Lehrer hatte zusammen mit den Schülern Julian Dittel, Kristof Koch, Marco Klingelhöfer und Christian Kroh die Tagung organisiert. „Die Jungs haben Großartiges geleistet, sie waren rund um die Uhr für unsere Gäste im Einsatz“, lobt Wege die vier „Teamer“.

Fremde Sprachen, fremde Kulturen - ein solches internationales Treffen forme die persönliche Entwicklung der Schüler ungemein, betont der Pädagoge aus Weidenhausen. Und das wissen auch die Jugendlichen, die mit Neugier und großem Eifer an die Konferenz herangehen.

„Hier muss niemand mehr motiviert werden, alle sind von der ersten Minute an motiviert und bringen sich ein“, erzählt Wege. Deshalb sei es auch nicht verwunderlich, dass wieder so „großartige Ergebnisse“ entstanden sind.

Die stellten die Schüler am Montag vor. Sie hatten in fünf Gruppen kleine Rollenspiele einstudiert. Darin zeigten sie unter anderem die Probleme auf, die junge Menschen erwarten können, wenn sie aufgrund von Job- und Geldmangel ihr Land verlassen und in einem anderen europäischen Staat ihr berufliches Glück versuchen wollen.

Einem hohen Druck, enormer Arbeit und immensen Kosten sehen sich dagegen Studenten in vielen Ländern ausgesetzt.

Gründe gibt es aus Sicht der Schüler also genug, um auf die Straße zu gehen und sich für eine gerechtere Unterstützung und Förderung einzusetzen. Doch welches ist der richtige Weg für einen Protest? Die Botschaft der Schülerkonferenz war eindeutig: „Gewalt ist keine Lösung!“ In einer großen Gemeinschaft können Veränderungen erreicht werden, aber friedlich sollte der Aufstand vonstatten gehen.

„Es war ein tolles Erlebnis, alle waren nett und sind offen miteinander umgegangen. Wir kommen aus neun verschiedenen Nationen, sprechen aber doch die gleiche Sprache“, fasst Johanna Peter ihre Eindrücke zusammen. Die 18-Jährige aus Holzhausen bildete zusammen mit Hanna Bernhardt, Tabea Lorch und Nele Wagener die Abordnung der Gladenbacher Europaschule.

Bei der Projektarbeit und den vielen Diskussionen, aber auch bei Kennenlernspielen oder dem gemeinsamen Barbecue hätten sich schnell internationale Gruppen gebildet, erzählt Johanna Peter. Diese Kontakte und neue Freundschaften will die Schülerin auf jeden Fall weiter pflegen und ausbauen. Facebook und andere soziale Netzwerke im Internet helfen dabei.

Positiv überrascht hat die problemlose Kommunikation auch Nele Wagener. „Es war wirklich interessant, etwas über die Probleme von jungen Menschen aus anderen Ländern zu erfahren, ihre Schulsysteme und Kulturen kennenzulernen und gemeinsam auch an Lösungsansätzen zu arbeiten“, erzählt die 18-Jährige aus Rodenhausen.

Der Austausch mit Gleichaltrigen aus anderen Staaten hat für sie einen unschätzbaren Wert. „Vielleicht gelingt es uns dadurch ja auch, mal als Student ins Ausland zu gehen“, sagt Nele Wagener. Die persönlichen Kontakte, die sie zu anderen Teilnehmern während der Schülerkonferenz geknüpft hat, will sie auf jeden Fall aufrechterhalten.

Einen regen Gedankenaustausch pflegten auch die beteiligten Lehrer. Sie schmiedeten bereits Pläne für weitere Schülerkonferenzen und gemeinsame Projekte, die in den nächsten Jahren gemeinsam gestartet werden sollen.

von Michael Tietz

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