Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Joshas Schicksal berührt die Menschen
Landkreis Hinterland Joshas Schicksal berührt die Menschen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:16 12.02.2012
Fünf Milliliter Blut reichen aus, um sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen. Für den zweijährigen Josha muss ein Spender gefunden werden. Quelle: Thorsten Richter

Eisemroth. Es ist ein strahlender Wintersonntag, an dem Tausende Menschen in Siegbach einen Spaziergang unternehmen. In der angrenzen Schulturnhalle findet eine Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei  (DKMS) statt. Im Vertrauen, einen geeigneten Stammzellenspender für den an Leukämie erkrankten zweijährigen Josha Haferkamp aus dem Siegbacher Ortsteil Oberndof zu finden, lassen sich 2.930 Menschen fünf Milliliter Blut abnehmen und werden in der DKMS registriert.

Initiatoren der Typisierungsaktion sind die Siegbacher Bürgerinnen Kerstin Sommer, Silvia Wüstenhöfer und Conny Schmidt.

Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Typisierung stehen   die Spendenwilligen in Zweierreihen vor der Turnhalle, auf dem Pausenhof und bis weit vor dem Gebäude an, um zunächst ihre Daten erfassen zu lassen.

In der DKMS mit Sitz in Tübingen sind bisher 2,6 Millionen Menschen als mögliche Stammzellenspender registriert. Das berichtet Rabea Korthoff, Aktionsleiterin der DKMS (Köln). Lars Gauck aus Lixfeld ist einer, der bereits helfen konnte. Vor etwa 28 Monaten spendete er Stammzellen an eine etwa 50-jährige Engländerin. „Die Spende ist für die Empfängerin erfolgreich und für mich als Spender problemlos verlaufen“, sagt er.

Eine Typisierungsaktion ist teuer, denn jede Typisierung kostet 50 Euro, aber es gibt viele Unterstützer. Der Vorsitzende des Vereins „Menschen für Kinder“ (Braunfels) übergibt mit Vorstandsmitgliedern 1.000 Euro an die Initiatorinnen, wenige Minuten später spendet der Gladenbacher KlausReschny weitere 1.000 Euro aus der Stiftung seines  Vaters. Nele Schäfer, Schülerin der Mittelpunktschule Hartenrod, überreicht 800 Euro aus einer Schulsammlung. Am Ende der Aktion beläuft sich die Spendensumme auf insgesamt 43.300 Euro.

Die DKMS hat ein Spendenkonto für Josha eingerichtet, um die Labor- und Verwaltungskosten von 50 Euro pro Spender finanzieren zu können. Weiter Informationen gibt‘s im Internet unter www.aktion-josha.de.vu oder www.beten-fuer-josha.blog.com

von Helga Peter

Mehr lesen Sie am Montag in der Printausgabe der OP.