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Hinterland Schaefer: Video ist nicht willkürlich geschnitten
Landkreis Hinterland Schaefer: Video ist nicht willkürlich geschnitten
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12:47 28.04.2017
Joachim Schaefer, Pastoralreferent in Wetzlar und Kameramann von hessencam.de, nimmt Stellung zum Video mit den umstrittenen Äußerungen von Rolf Baumann. Quelle: privat
Gladenbach

In der Erklärung, in der sich die Gladenbacher CDU hinter Stadtrat Rolf Baumann stellt (die OP berichtete), erhebt Pressesprecher Marc Bastian auch „Zweifel an der Korrektheit und Zuverlässigkeit des Video-Materials“. Es stelle sich als „willkürlicher Zusammenschnitt verschiedener Sequenzen“ dar.

Joachim Schaefer ist Pastoralreferent der katholischen Domgemeinde Wetzlar und hat das Video „Die Demokratie lebt“ für das Jugendprojekt „hessencam.de“ gedreht. „Ich bin die ganze Zeit neben ihm hergegangen. 
Weil das Bild gewackelt hat, 
habe ich ruhiges Material drübergelegt. Die Tonspur läuft im Hintergrund durchgängig weiter“, erklärt Schaefer. Am Inhalt und an Baumanns Aussagen sei also nichts willkürlich zusammengeschnitten.

Vor dem Haus des Gastes habe er Baumann als aufgeregt empfunden. „Weil ihm die Worte zur Begründung gefehlt haben, warum er pauschal keine Ausländer mag“, sagt Schaefer. Er sehe in Baumanns Aussagen eine Art Stammtisch-Geschwätz und „alltäglichen Rassismus“. Dass Baumann seinen Fehler anscheinend eingesehen habe und sich entschuldigt hat, hat Schaefer zur Kenntnis genommen. In der Beschreibung des Youtube-Videos weist er darauf auch hin. „Dass die CDU jetzt die Schuld bei uns sucht, finde ich feige“, sagt Schaefer.

Besonders schockiert sei Schaefer darüber gewesen, dass Baumann gegenüber „einer netten Gruppe friedlicher Demonstranten und einer jungen Frau“ gesagt hat, er brauche keine Ausländer. Er habe ihn deshalb aus der Debatte herausgenommen und nochmal gefragt, warum er das so gesagt hat. „hessencam.de“ ist ein Jugend-Videoprojekt der katholischen Domgemeinde Wetzlar. Das Projekt beschäftige sich schwerpunktmäßig mit Themen wie Integration und Demokratie. „Unser diesjähriges Projekt steht unter dem Motto ‚Jugend berührt Politik‘.

Wir wollen den Jugendlichen vermitteln, dass wir wachsam sein und die Demokratie bewahren müssen“, sagt Schaefer. Die Videos seien häufig Straßeninterviews, sollen eine Meinungsumfrage darstellen. „Vielen Menschen können wir Widersprüche aufzeigen in dem, was sie sagen, ihnen den Spiegel vorhalten. Man kann nicht einfach so hetzen.“

von Philipp Lauer

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