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Jeremy Hecht will mit seiner Familie ans Meer

Wolzhausen Jeremy Hecht will mit seiner Familie ans Meer

Eine Spende der DRK-Schwesternschaft Marburg ermöglichst es Familie Hecht mit ihrem chronisch krankem Sohn einen Urlaub am Meer zu verbringen.

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Jeremy fühlt sich wohl auf dem Arm seines Vaters Marc Hecht.

Quelle: Björn-Uwe Klein

Wolzhausen. Für den sechsjährigen Jeremy Hecht aus Wolzhausen ist vieles, was für andere Kinder seines Alters selbstverständlich ist, unvorstellbar. Jeremy kann weder laufen noch richtig sprechen. Beim Atmen röchelt er. Zudem ist er für einen fast Siebenjährigen ungewöhnlich klein. Ein selbstständiges Leben wird Jeremy niemals führen können, denn er leidet am „Smith-Lemli-Opitz-Syndrom“ (SLOS), einer sehr seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankung. Bei dieser Erkrankung kann der Körper kein eigenes Cholesterin herstellen. Das hat bereits im Mutterleib Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen zur Folge, da Cholesterin ein wichtiger Botenstoff ist, der in vielen Stoffwechselprozessen benötigt und zu großen Teilen vom Körper selbst gebildet wird.

„Jeremy ist ein zufriedenes Kind“, betonen seine Eltern Marc und Simone Hecht. An Lebensfreude fehle es ihm nicht, er sei immer gut gelaunt. Die Familie, zu der auch die zwölfjährigen Zwillingsbrüder Keven und Justin zählen, plant im Juli einen zweiwöchigen Urlaub am Meer. Dafür erhielt sie nun eine Spende der DRK-Schwesternschaft Marburg, überreicht von der stellvertretenden Vorsitzenden Iris Richter. Die Mitglieder verzichteten 2011 auf Weihnachtsgeschenke, um stattdessen gemeinnützige Organisationen oder Einzelpersonen zu unterstützen.

„Von Berufs wegen haben unsere Mitglieder jeden Tag Kontakt zu Kindern und Erwachsenen mit den verschiedensten körperlichen und geistigen Einschränkungen“, erklärte Oberin Gabriele Müller-Stutzer. Auch wisse man, wie wichtig die Unterstützung der ganzen Familie von chronisch kranken Kindern sei. Dies habe die Entscheidung, Familie Hecht zu unterstützen, leicht gemacht. Bezüglich des geplanten Familienurlaubs erklärt Marc Hecht: „Jeremy geht es an der See immer richtig gut. Dort kann er frei atmen ohne zu röcheln. Deshalb fahren wir dieses Jahr mal 14 Tage ans Meer. Bei fünf Personen kann der Urlaub teuer werden.“ Die Spende ermögliche es, „tolle Sachen mit unseren drei Jungs zu unternehmen“, ergänzte Simone Hecht.

Für Jeremy bedeutet der Urlaub einen großen Kontrast zum Alltag, in dem er für gewöhnlich viele Termine hat. Beispielsweise den regelmäßigen Besuch einer Logopädin in der Hilda-Heinemann-Schule in Hommertshausen, die Ergo-Therapie in Bad Endbach und die dreimal wöchentliche Krankengymnastik in Bad Laasphe.

Mehr über Jeremy, seine Krankheit und seine Familie gibt es auf einer Homepage zu finden: www.slojeremy.de.

von Björn-Uwe Klein

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