Volltextsuche über das Angebot:

30 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Jeder Tumor ist anders, Therapie soll es auch sein

Banss-Symposium Jeder Tumor ist anders, Therapie soll es auch sein

Brustkrebs-Experten tagten in Biedenkopf

Biedenkopf. Den einen Brustkrebs gibt es nicht, das wissen die Experten schon lange. Das aber jeder Tumor gänzlich anders ist und nur ganz individuelle Therapien zum Erfolg führen, das ist eine Erkenntnis des 23. Symposiums der Banss-Stiftung, das von Mittwoch bis Freitag in Biedenkopf stattfand.

Im Biedenkopfer Parkhotel sind die Wissenschaftler unter sich. Keine Zuhörer und keine Pharmaindustrie nehmen an den Expertengesprächen teil. Das schätzen die Professoren Manfred Kaufmann, Gunter von Minckwitz und Sibylle Loibl an den von der Banss-Stiftung ermöglichten Runden.

Zum 23. Mal gibt es ein solches medizinisches Symposium, zum elften Mal sind die Brustkrebsspezialisten in einer internationalen Runde dabei. Neben den Fachleuten aus Deutschland sind Kollegen aus Italien, Spanien, den Niederlanden, Frankreich, Belgien, Großbritannien und Schweden nach Biedenkopf gekommen.

Drei Tage lang diskutierten die 14 Kliniker und Labormediziner über ihre neuen Erkenntnisse und Erfahrungen. Sie kennen sich von vielen anderen Fachtagungen, betont von Minckwitz und unterstreicht so die Qualität der Gespräche.

Die drei Professoren aus dem Frankfurter Raum stellten die neugewonnenen Informationen mit Stiftungsvorstandsmitglied Joachim Treude vor. „Brustkrebs tritt immer häufiger auf“, erklärt die am Klinikum Offenbach arbeitende Sibylle Loibl, doch aufgrund neuer Behandlungsmethoden sterben immer weniger Frauen daran.

Thema der internationalen Zusammenkunft war die individualisierte Therapie. Da der Tumor sehr verschieden ist, es der Mensch durch seine genetischen Voraussetzungen und seinen Lebensstil auch ist, sei auch jede Behandung einzigartig.

Ging man bisher von rund fünf verschiedenen Typen des Brustkrebses aus, so der Frankfurter von Minckwitz, kenne man heute die unterschiedlichsten Arten. Diese Erkenntnis hätte sich in den Biedenkopfer Expertengesprächen gefestigt.

Die Frauen müssten deshalb aber keine Angst haben, beruhigt Loibl. Die Mediziner und auch die Forschung seien auf die ganz individuell abgestimmten Behandlungen eingerichtet. Für die Zukunft gelte es, so Kaufmann, ehemaliger Leiter der Gynäkologie an der Frankfurter Uni-Klinik, entsprechende Medikamente zu entwickeln. Er sieht darin eine der großen Aufgaben für die Pharmaindustrie.

von Edgar Meistrell

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland