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Hinterland "Ja" zum Standort kostet 180 Millionen
Landkreis Hinterland "Ja" zum Standort kostet 180 Millionen
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06:15 27.08.2012
Der Wald ist schon gerodet, die Vorbereitungen für den Spatenstich getroffen. Mit dem Bau eines Produktionssupport- und Laborgebäudes soll mehr Kapazität für die Herstellung von Medikamente, die bei der Behandlung von Blutgerinngungsstörungen eingesetzt
Marburg

d Martin, von einer „beachtlichen Summe“ spricht. 180 Millionen sollen voraussichtlich in den kommenden fünf Jahren in den Standort Marburg fließen. 84 Millionen wurden erst in dieser Woche vom CSL Aufsichtsrat genehmigt. Die Baupläne, sie liegen schon seit lange in der Schublade des Geschäftsführers. Erst mit der Zusage des Milllionenbetrages wird es jedoch offiziell: Die Produktionskapazität zur Herstellung von Medikamenten, die bei der Behandlung von Blutgerinnungsstörungen eingesetzt werden, wird ausgeweitet.

Spatenstich für das Großprojekt ist bereits am 11. September. Bis 2014 soll ein neues, dreistöckiges Gebäude mit einer Fläche von 12000 Quadratmetern errichtet werden. Umkleiden, Personalschleusen, Sozialräume und Büros der bereits vorhandenen zwei Produktionsstätten sollen darin umsiedeln. Zudem werden in dem Neubau moderne Laboratorien für die Qualitätskontrolle errichtet.

„Wir verlagern einiges aus unseren bestehenden Produktionsgebäuden in den Neubau, um Platz zu schaffen für neue Produktionsbereiche“, so Martin.

Dass sich das australische Mutterunternehmen CSL Limited für einen Ausbau des Standortes Marburg entschieden hat, ist in den Augen von Geschäftsführer Martin keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. „Wir haben eine starke Konkurrenz innerhalb der Gruppe. Es ist eine große Herausforderung, den Standort Marburg bei Investitionen dieser Größenordnung zu positionieren. Im Vergleich zu anderen Ländern haben wir hier in Deutschland weit weniger Möglichkeiten bei der öffentlichen Förderung oder steuerlicher Begünstigung von privaten Investitionen.“

Martin zeigt sich zuversichtlich: „Ich vertraue darauf, dass die attraktiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Marburg, die auch zu dieser Entscheidung beigetragen haben, bestehen bleiben und weiter verbessert werden können.“ Immerhin, so betont der Geschäftsführer, profitiere nicht nur das Unternehmen von der Großinvestition, sondern auch die Stadt und die Region. „Über 90 Prozent unserer Mitarbeiter kommen aus der Region. Die wohnen hier, kaufen hier ein, schicken ihre Kinder hier auf die Schulen. Wir sind ein Unternehmen, das auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtet ist.“

In den vergangenen Jahren ist der Absatz der Medikamente, die für die Behandlung von Blutgerinnungsstörungen eingesetzt und am Standort Marburg produziert werden, enorm gestiegen. Unter anderem, so erklärt Geschäftsführer Roland Martin, liege das daran, dass das Unternehmen die Zulassung für die Produkteinführung in den USA, Rußland und im asiatischen Raum erhalten habe. Außerdem sei die Zulassung für die Behandlung mit den Präparaten bei weiteren Krankheitsbildern erteilt worden. „Wir erschließen neue Märkte“, bilanziert Martin.

2020 Mitarbeiter, davon 87 in Neuanstellung, haben das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr mit ihrem Fachwissen und ihrer Arbeitskraft unterstützt. Die Jahreszahlen, die die CSL Behring GmbH Marburg vorlegt, können sich im Konzernvergleich sehen lassen.

Der Umsatzerlös des Marburger Unternehmens stieg um elf Prozent auf 1,15 Milliarden. Der Gewinn vor Steuer konnte mit rund 300 Millionen auf dem Niveau vom Vorjahr gehalten werden. „Ein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeitern, die durch ihre engagierte Arbeit zu diesem Ergebnis beigetragen haben“, so Martin.

Ob durch die Großinvestition auch neue Arbeitsplätze entstehen, will der Geschäftsführer noch nicht mit letzter Sicherheit zusagen. Dennoch stehen die Zeichen auf Personalwachstum. „Wir sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Wir wollen die Mitarbeiterzahlen halten. Angesichts der Größenordnung der Investition ist weiteres Personalwachstum aber wahrscheinlich.“

von Marie Lisa Schulz

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