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Israelis begeben sich auf Spurensuche

Lohra Israelis begeben sich auf Spurensuche

Nachfahren der jüdischen Familie Nathan waren am Wochenende auf Spurensuche in Lohra, weil ihre Familie in den Kriegswirren nach Palästina geflüchtet war.

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Der Lohraer Jakob Schlag (Zweiter von links) stand den Besuchern aus Israel, Ruth und Raphael Kastner (von links) sowie Boaz und Gad Nathen, als Zeitzeuge Rede und Antwort.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Lohra. „Wir sind hier auf der Suche nach unseren Wurzeln“, berichtete Gad Nathan. Er war mit Sohn Boaz, seiner Schwester Ruth Kastner und seinem Schwager Raphael Kastner am Sonntag auf Stippvisite in dem Heimatort seiner Eltern, die 1937 nach Palästina geflüchtet waren.

Für Gad Nathan war der Besuch sehr emotionsgeladen, und für ihn war es besonders wichtig, dass der Lohraer Jakob Schlag als Zeitzeuge mit ihnen sein Wissen teilte. Das Haus der Eltern sowie der Ort, an dem die Großeltern Herrmann und Berta gelebt haben, die in Theresienstadt ermordet worden sind, zu sehen, und auch noch Informationen quasi aus erster Hand zu erhalten, waren für ihn und seine Schwester sehr bewegende Momente auf ihrer fünftägigen Tour in Deutschland.

Die Eltern hätten nach ihrer Flucht das Trauma viele Jahre nicht überwunden. „Erst in den 1960er Jahren haben sie von den Großeltern erzählt“, berichtet Ruth Kastner. Daheim in Palästina habe die Familie nur Deutsch gesprochen.

Trotzdem bat Gad um Verständnis dafür, dass sein Deutsch nicht so gut sei. Auch wenn er für seine Angehörigen im Lohraer Alten Rathaus zwischenzeitlich die Informationen ins Hebräische übersetzte und zum Teil auch Englisch sprach, wurde mit der Dauer der Unterhaltung seine Aussprache und sein Deutsch immer besser.

Der Besuch aus Israel saugte Jakob Schlags Worte über die damalige Zeit förmlich auf. Was er sagte, wurde mit der Videofunktion der Digitalkameras festgehalten. Auch Fotos wurden viele geschossen, nachdem die Mitglieder des Arbeitskreises Dorfgeschichte und Bürgermeister Georg Gaul die Gäste im Alten Rathaus begrüßt hatten.

von Silke Pfeifer-Sternke

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