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Initiative wettert gegen Klinikchef

Notruf 113 Initiative wettert gegen Klinikchef

Die Marburger Bürgerinitiative „Notruf 113“ übt scharfe Kritik am Führungspersonal des Uniklinikums Gießen und Marburg (UKGM). Grund ist die Stellungnahme von Klinikchef Martin Menger zum McKinsey-Bericht.

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Das Uniklinikum in Marburg. Foto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die Empörung über die Pressemitteilungen ist groß: Martin Menger, Vorsitzender der Geschäftsführung des UKGM und Eva Kühne-Hörmann, hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, hatten sich zum Bericht der Unternehmensberatungsfirma McKinsey über ein mögliches Zukunftsmodell für das UKGM geäußert. Die Bürgerinitiative „Notruf 113“ gibt bekannt, die Schreiben seien „eine gute Gelegenheit, die spannungsvolle Situation des Klinikums durchsichtig zu machen.“ Dazu müsse nur die Manager- und die Politiker-Sprache in einfaches Deutsch übersetzt werden.

Als erste Bedingung für die wirtschaftliche Gesundung des UKGM nenne Martin Menger „weiteres Wachstum der stationären und ambulanten Leistungen“. Mit „Wachstum“ sei hier die zahlenmäßige Vermehrung abrechenbarer Leistungen gemeint. Demnach sollen ambulante Leistungen vermehrt werden, „also die, die normalerweise von niedergelassenen Ärzten erbracht werden“, schriebt „Notruf 113“ . Tendenziell bedeutet dies jedoch, dass durch konzerneigene medizinische Versorgungszentren und Kooperationsverträge mit niedergelassenen Ärzten die Qualitätskontrolle durch die einweisenden Ärzte umgangen werde.

Was Martin Menger mit „Senkung der Kosten für Drittleistungen“ meine, seien laut Bürgerbündnis vermutlich die Kosten der sogenannten Serviceleistungen - also Küche, Reinigung und Transport. Die dafür übliche Kostensenkung bestehe in Ausgliederung der Mitarbeiter in Servicegesellschaften mit niedrigeren Löhnen. Eine weitere Formulierung bei Menger laute: „Arbeitsplatzsicherheit soll gewährleistet werden. Ziel ist und bleibt es, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten“. In diesem Punkt werde kein Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen zugesagt, sondern nur das Ziel benannt. Die Realisierung also von ungenannten Bedingungen abhängig gemacht. Die befristeten Stellen blieben völlig unerwähnt. Die „unauffällige Entlassung von Mitarbeitern, deren Stellen befristet sind“, dürfte laut „Notruf 113“ weitergehen. Weiterhin habe Eva Kühne-Hörmann geäußert, das McKinsey-Zwischenergebnis sei „ein erster Schritt zur Verbesserung der Transparenz zur wirtschaftlichen Lage des UKGM“.

Dies sei jedoch nur eine Umschreibung dafür, dass selbst das Land als Anteilseigner derzeit keinen vollständigen Einblick in die Sachlage habe.

von Dennis Siepmann

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