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In Biedenkopf bleibt Gegenwind aus

Bürgerversammlung In Biedenkopf bleibt Gegenwind aus

Sachlich und unaufgeregt verlief die Diskussion um den geplanten Windpark Schwarzenberg in Biedenkopf. Der Auftaktveranstaltung sollen weitere Versammlungen folgen.

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Ein Windrad bei Speckswinkel im Ostkreis. In den Gemarkungen Biedenkopf und Breidenbach soll ein Windpark mit zehn Windkraft-Anlagen entstehen.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Biedenkopf . Auf dem Schwarzenberg sollen zehn Windräder ähnlich dem Typ Enercon E-101, das bereits in Oberdieten in Betrieb ist, entstehen. 2013 soll das Genehmigungsverfahren abgeschlossen sein, 2014 die Anlagen ans Netz gehen.

Bereits im Sommer fasste das Stadtparlament Biedenkopf den Beschluss, einen interkommunalen Windpark zu befürworten. Es folgten intensive Gespräche mit der Nachbargemeinde Breidenbach. Das Ergebnis, den geplanten Bau eines Windparks mit zehn Windkraftanlagen, stellte Bürgermeister Joachim Thiemig am Montagabend rund 90 Zuhörern im Rathaussaal vor. Die technischen Erläuterungen gab Stefan Bauch vom Planungsbüro Cube Engineering.

Die Windräder werden bei einer Nabenhöhe von 140 Metern mit Rotorblättern etwa 200 Meter hoch sein. Sie seien von der Stadt aus sichtbar, erklärte Bauch. Wie dies aussehen könnte - ausgehend von markanten Punkten innerhalb des Stadtgebiets - will das Planungsbüro demnächst anhand einer 3D-Animation aufzeigen.

Der Abstand zu den nächstgelegenen Wohnhäusern beträgt 1400 Meter. Bezogen auf die zu erwartenden Schall- und Lärmemissionen „ein sehr guter Abstand“, versicherte der Planer. Der Nachtgrenzwert im reinen Wohngebiet betrage bei einem Abstand von 1000 Metern 35 Dezibel. Da der Abstand zur Wohnbebauung noch größer sei, rechnet der Planer mit einem geringeren Wert. Ähnliches gilt seiner Auffassung nach auch für die Schattenemission. „Es gibt so gut wie keine Belastung“, sagte Bauch.

Sechs der geplanten Windräder sollen auf Breidenbacher Gebiet entstehen, vier im Biedenkopfer Stadtwald. Für den Bau des Windparks müssen drei Hektar Wald gerodet werden, und es soll eine Zuwegung über Wolzhausen erfolgen, für die bis zu 50 Zentimeter Schotter aufgetragen werden muss. Teilweise müsse auch asphaltiert werden, damit die Zuwegung, die für die Betriebsdauer der Windräder, in der Regel 20 Jahre, Bestand hat. Der Bedarf richte sich nach dem Hersteller, erklärte Bauch. Derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren.

Als nächstes müssen die Breidenbacher Gemeindevertreter am 6. November die Gründung einer Windpark Schwarzenberg GmbH (Arbeitstitel) beschließen. In Biedenkopf ist dieser Schritt bereits erfolgt.

Der formale Aufbau der GmbH müsse noch geklärt werden, sagte Thiemig. Gesellschafter sollen sein: die Gemeinde Breidenbach, die Stadtwerke Biedenkopf und eine Energiegenossenschaft. Die Gemeinde Breidenbach will 50 Prozent der Anteile halten, Biedenkopf in Form ihrer Stadtwerke bis zu 50 Prozent. Zudem soll eine noch zu gründende Bürgergenossenschaft erfolgen, bei der die Bürger aus der Region Anteile erwerben können.

Wer an letzterer Interesse hat, konnte sich in eine Kontaktliste eintragen, um zur Gründungsversammlung eingeladen zu werden: „Das ist keine rechtsverbindliche Erklärung“, erläuterte Thiemig.

Da die Planungen zum Windpark Schwarzenberg auf dem verworfenen Regionalplan basieren, wollte ein Bürger wissen, was passiert, wenn das Regierungspräsidium Gießen die Windräder auf Biedenkopfer Gemarkung nicht genehmigt.

„Mit diesem Plan B haben wir uns nicht beschäftigt“, sagte der Bürgermeister. Auf die Frage, ob noch mehr als zehn Windräder errichtet werden könnten, antwortete der Planer: Man könne sicher noch eine Anlage dazwischen quetschen, aber das mache keinen Sinn.

Der Auftaktveranstaltung sollen weitere Versammlungen folgen. Biedenkopfs Bürgermeister Thiemig kündigte an, dass es durchaus denkbar sei, gemeinsame Bürgerversammlungen für die Biedenkopfer und die Breidenbacher Bürger zu organisieren.

Diese Idee, die in Breidenbach diskutiert wurde, „hat durchaus Charme“, sagte er.

von Silke Pfeifer-Sternke

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