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Hinterland Imker: Mageres Honig-Jahr steht bevor
Landkreis Hinterland Imker: Mageres Honig-Jahr steht bevor
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19:32 12.07.2012
Imker Siegfried Ortmüller zeigt einzelne Bauteile aus dem Kasten für die Königinnen-Zucht Foto: Benedikt Bernshausen
Herzhausen

„Eine Standschau ist auch immer eine Lehrstunde“, sagte Siegfried Ortmüller zur Begrüßung. In Herzhausen, auf dem Anwesen des Vorsitzenden des Imkervereins Holzhausen und Umgebung, hatten sich dazu zahlreiche Vereinsmitglieder, „Probe-Imker“ und Gäste eingefunden. Unmittelbar an sein Wohnhaus grenzt eines von Siegfried Ortmüllers Bienenhäusern an. Gleich zu Beginn erklärte er, dass Bienenhäuser samt der darin installierten Blätterstöcke gegenüber den heute meist verwendete mobilen und nach oben geöffneten „Kunstoffbeuten“ eigentlich nicht mehr zeitgemäß seien. Die Völker entwickeln sich derzeit sehr unterschiedlich sagen die Imker.

Nachteile sieht Günter Raab, Vorsitzender des Imkerkreisvereins Biedenkopf, besonders im Krankheitsfall: Aufgrund der Vielzahl von Bienenwohnungen je Haus könnten bereits erkrankte von gesunden Völkern nicht getrennt werden.

Auch könne das Haus bei einer Verschlechterung des örtlichen Trachtangebotes nicht einfach umgesetzt werden. Ansonsten ergeben sich für die Tiere keine Unterschiede. Ortmüller schätzt hingegen die erleichterte Bewirtschaftung der Völker, da er nicht von oben sondern von der Seite „eingreifen“ und durch ein Sichtfenster stets Einblick in das Treiben der Völker nehmen kann.

Mit großem Interesse verfolgten vor allem „Jungimker“ seine Erläuterungen über die Königinnenaufzucht. Die Standschauen nutzen die Mitglieder regelmäßig zum allgemeinen Gedanken- und Erfahrungsaustausch. Bevor Ortmüller aber die Tür zum Bienenhaus öffnete, zog er zunächst ein Resümee zur derzeitigen Situation an den Bienenständen und betonte: „Die Honigräume bleiben leer!“ Zwar nicht an allen Orten im Landkreis. Doch werde den meisten Imkern 2012 als „ein mageres Jahr“ in Erinnerung bleiben.

Gründe sieht Siegfried Ortmüller vor allem in den zahlreichen Regentagen, die sonnige Perioden immer wieder unterbrachen. Die Völkerentwicklung stelle sich hingegen sehr unterschiedlich dar, mit Brutrückgängen einer- und einem „nochmals aufflackernden Schwarmtrieb“ andererseits. Weiterhin wies er auf die in Kürze anstehende Varroa-Milben-Sommerbehandlung und die damit verbundenen Befalls-Kontrollen in den Völkern hin. Daneben liegen die Arbeitsschwerpunkte derzeit auf der Fütterungsvorbereitung, der Wabenerneuerung und der Jungvolkpflege.

von Benedikt Bernshausen

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