Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Im November ziehen Flüchtlinge in die alte Molkerei

Asylbewerber im Landkreis Im November ziehen Flüchtlinge in die alte Molkerei

Vor Monaten begann der Eigentümer das Gebäude zu renovieren. Nichts Ungwöhnliches. Das Besondere ist die Zielgruppe seines Immobilienangebots: In der alten Molkerei sollen bald 30 Asylbewerber wohnen.

Voriger Artikel
Umgestaltungspläne liegen auf Eis
Nächster Artikel
„Campus III“ füllt sich mit Leben

Ab November zieht wieder Leben in die alte Molkerei ein. Dort stehen 30 Plätze für Asylbewerber zur Verfügung.

Quelle: Archivfoto

Lohra. Der Landkreis bestätigte gestern auf Anfrage der OP, dass Anfang November die ersten Bewohner einziehen werden. Es sei dringend notwendig gewesen, denn der Kreis sucht nach zusätzlichen Quartieren für die steigende Zahl an Flüchtlingen, da die Kapazitätsgrenze erreicht ist. Der Landkreis hat gegenüber dem Land Hessen die Verpflichtung, ausreichend Plätze für Asylbewerber zur Verfügung zu stellen. Bei der Zuteilung der Flüchtlinge will der Landkreis darauf achten, dass eine Unterbringung möglichst gleichmäßig über die Region erfolgt.

In der alten Molkerei waren vor zehn Jahren Asylbewerber untergebracht. Danach stand das Gebäude leer. Zwischenzeitlich hatte die Gemeinde prüfen lassen, ob es sich zur Umnutzung als Tagespflegeeinrichtung für Demenzkranke eignet. Zehn Plätze waren vorgesehen und es hat mehrere Termine mit der Diakonie als möglichem Betreiber gegeben. Allerdings stellte sich heraus, „dass der Aufwand zu groß ist“, erklärte Bürgermeister Georg Gaul. Vor drei Jahren wurde das Projekt zu den Akten gelegt.

Als die alte Molkerei zum ersten Mal Flüchtlinge beherbergte, war die Bevölkerung skeptisch. Damit ist wieder zu rechnen. Im Internetportal „Facebook“ wurde vor Wochen gar diskutiert, dass dort Straftäter untergebracht werden sollen. Allerdings glaubt Elfriede Köhler, Vorsitzende des Arbeitskreises für Menschenrechte und Menschenwürde, der sich damals für die Flüchtlinge engagiert hat, dass die Asylbewerber viel besser aufgenommen werden, als erwartet. „Viele ausländische Mitbürger leben in Lohra und beim Suppenfest, das Nationen verbinden soll, herrscht immer Hochbetrieb“, sagt sie.

Wie sich der Arbeitskreis zur Unterstützung der Flüchtlinge einbringen kann, weiß sie noch nicht. Die 65-Jährige bleibt entspannt: „Warten wir es erst einmal ab.“ Es sei unklar, ob in der alten Molkerei Alleinstehende oder Familien leben werden. Aber eines steht fest: „Es sind ganz normale Menschen, die ein schweres Schicksal haben.“ Es fliehe keiner aus seiner Heimat, weil es ihm dort zu gut geht, gibt Köhler zu bedenken.

von Silke Peifer-Sternke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr