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Hinterland Im Neuen bleibt fast alles beim Alten
Landkreis Hinterland Im Neuen bleibt fast alles beim Alten
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19:41 03.08.2010
Neben Tabakwaren und einer Lottoannahmestelle bieten Thomas Schleich (links) und Norbert Becker im Kiosk am Pilgrimstein auch frische Backwaren sowie Kaffee und Tee an. Der Kiosk ist ein Integrationsprojekt für Menschen mit Behinderung der Neue Arbeit Marburg GmbH. Quelle: Katharina Kaufmann

Marburg. Mit einem breiten Lächeln im Gesicht steht Thomas Schleich hinter der Ladentheke. „Vielen Dank und einen schönen Tag“, wünscht er der Kundin, nachdem er ihr Kleingeld in die Kasse einsortiert hat. In dem kleinen Raum nebenan zieht Norbert Becker mit Schwung ein Blech mit frisch gebackenen Croissants aus dem Backofen. „Nachschub ist fertig“, ruft er seinem Kollegen zu, der bereits den nächsten Kunden bedient.

Im Kiosk neben dem Marburger Oberstadtaufzug herrscht eigentlich immer Betrieb. Seit gestern heißt der Kiosk am Pilgrimstein offiziell „fresh & take“ und wird ausschließlich von schwerbehinderten und ehemals langzeitarbeitslosen Menschen betrieben. Das soll aber am besten gar keiner merken. „Es soll höchstens auffallen, dass alles renoviert und modernisiert wurde“, betont Thomas Schweitzer, Betriebsleiter des Kiosks und kaufmännischer Leiter der Neue Arbeit Marburg gGmbH, die zum Verein Arbeit und Bildung gehört.

Im Juli waren 7,7 Prozent der Arbeitslosen im Landkreis Marburg-Biedenkopf schwerbehindert. In Zahlen ausgedrückt sind das 529 Männer und Frauen. 274 von ihnen sind seit längerer Zeit ohne Arbeit. Thomas Schleich und Norbert Becker fielen auch darunter. Um so mehr freut es sie jetzt, auf eigenen Beinen zu stehen und den Kiosk zu managen: „Es gefällt mir sehr gut hier. Die Arbeit macht riesig Spaß, vor allem weil man viel mit Menschen zu tun hat und ständig neue Menschen trifft“, berichtet Schleich und Becker nickt zustimmend.

Die beiden Schwerbehinderten sollen aber nicht die einzigen beiden Arbeitskräfte im „fresh & take“ bleiben. „Geplant ist es, durch das neue Integrationsprojekt insgesamt bis zu sechs neue Arbeitsplätze zu schaffen“, erklärt Rainer Dolle, Geschäftsführer von Arbeit und Bildung. Neben Schleich und Becker soll auch ein Auszubildender im Kiosk beschäftigt werden. Des Weiteren ist es angedacht, mindestens zwei Außenarbeitsplätze in Zusammenarbeit mit den Behindertenwerkstätten zu schaffen.

von Katharina Kaufmann

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