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Landkreis Hinterland Im Hinterland eine neue Heimat gefunden
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21:23 23.04.2017
Emilie Gerhardt feiert heute ihren 95. Geburtstag. Quelle: Gianfranco Fain
Gladenbach

Mit der in der Nähe wohnenden Tochter Christel Nord und Enkelin Marion Lange bildet Emilie Erhardt eine Drei-Generationen-Wohngemeinschaft, wird von ihnen unterstützt, lebt aber noch in der eigenen Wohnung. Dort feiert sie heute ihren 95. Geburtstag und freut sich, eine gute Zeit vor sich zu haben.

Höhen und Tiefen gab es auch in ihrem Leben, doch vor allem die Tiefen hat sie „dank meines furchtbaren Willens“ alle gemeistert. Wie so oft war ein Tiefpunkt zugleich der Beginn einer glücklichen Entwicklung. Der Vater arbeitete weit entfernt, die Mutter lag im Kreiskrankenhaus Hildburghausen, wo sie eine Anstellung fand. Die 16-Jährige war in der Patientenbetreuung tätig und konnte zugleich ihre Mutter sehen. Die Oberin wurde für sie zum Mutterersatz, durfte aber nichts davon wissen, dass sie sich mit einem gewissen Emil Gerhardt „gut angefreundet“ hatte.

Der Gladenbacher musste aber bald aus der Kaserne nach Russland ausrücken. „Kurz überlegt“ habe sie, als er sie zuvor fragte, ob sie sich mit ihm verloben wolle. Tags darauf verlor sie ihn beim Abschied am Bahnhof aus den Augen - für zwei Jahre. Das Wiedersehen fand in Wien statt, wohin sie irgendwie kam, während ihr künftiger Ehemann seine Verwundungen im Krankenhaus kurierte. Von dort aus sorgte er dafür, dass Emilie nach Gladenbach gelangte.

Sie kam als Fremde, stellte sich der Mutter als künftige Braut ihres Sohnes vor und wurde herzlich aufgenommen. Nachdem der Kriegsversehrte aus der Wehrmacht entlassen war, heiratete das Paar am 6.März 1943 in der Martinskirche. 68 Ehejahre, in denen recht bald zwei Töchter das Licht der Welt erblickten, sollten folgen. Doch nur einmal, zur Goldenen Hochzeit, gönnte sich das Paar eine längere Auszeit, wollte einfach mal „Ruhe haben“. Mit dem Bus ging‘s nach Sizilien. „Das war die schönste Reise“, schwärmt Emilie Gerhardt noch heute. Mehr ließ das Geschäft nicht zu. Anfangs arbeitete sie in der Landwirtschaft der Familie Gerhardt mit, doch die wurde aufgegeben, als das Baugeschäft, dessen Buchführung sie übernahm, immer wichtiger wurde. Später errichtete die Firma Häuser auf den Äckern am Württemberg und in der Siedlung Blankenstein. In Gießen war das Unternehmen am Wiederaufbau beteiligt. Bis zu 40 Mitarbeiter fanden zu Spitzenzeiten Arbeit bei „Emil Gerhardt & Sohn“.

„Wir hatten immer ein gutes Verhältnis“, sagt Emilie Gerhardt und hofft, dass vielleicht der ein oder andere heute zum Geburtstag der „Chefin“ vorbeischaut. „Wer kommt, ist da und wird herzlich aufgenommen“, sagt die Jubilarin. Das gelte auch für die ehemaligen Nachbarn aus der Burgstraße.

Es soll noch einmal ein aufregender Tag werden, anders als die üblichen, in denen sie regelmäßig die OP liest und abends gern mit ihrer Tochter Musiksendungen im Fernsehen verfolgt - am liebsten mit den „Amigos“ oder Andrea Berg. „Ich bin zufrieden, wenn‘s so weitergeht“, sagt die heute 95-Jährige.

von Gianfranco Fain

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