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Es geht auch ohne Elkamet weiter

Gewerbegebiet Krummacker Es geht auch ohne Elkamet weiter

Auch wenn Elkamet ab­gesprungen ist – um das Wallauer Gewerbegebiet Krummacker ist Biedenkopfs Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) nicht bange.

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Biedenkopfs Bürgermeister ist zuversichtlich, das künftige Wallauer Gewerbegebiet Krummacker gut vermarkten zu können.

Quelle: Susan Abbe

Wallau. Anfang der Woche hat Thiemig erfahren, dass Elkamet abgesprungen ist (die OP berichtete). Zuvor hatte der Bürgermeister gehofft, dass das Unternehmen rund 4,2 Hektar und damit rund zwei Drittel der auf dem Krummacker entstehenden bebaubaren Flächen kaufen würde. Nun muss die Stadt andere Unternehmen für diese Fläche finden.

Elkamet-Geschäftsführer Michael Parsch erläutert auf Anfrage der OP, warum man jetzt schon von der Fläche Abstand nehme – obwohl die Stadt doch erst im März eine Entscheidung treffe. „Ja, das Parlament befasst sich erst im März mit den Bebauungsplanänderungen. Aber, uns ist – egal wie dort entschieden wird – die Rechtssicherheit wichtig. Und wir glauben nicht, dass wir gegebenenfalls klage­frei eine Ansiedlung auf diesem Gelände erreichen könnten“, so Parsch.

Letztendlich wolle man „einfach nur Kunststoffteile produzieren und uns nicht vor Gericht mit sonstigen Parteien treffen“, so der Geschäftsführer. Man habe von Anfang an einen sehr engen Zeitplan vorgegeben, „der uns ein Dach über dem Kopf zu Beginn des Jahres 2019 gewähren sollte“, erläutert Parsch. Dafür hätte man im März eine Baugenehmigung bekommen müssen. „Dieser sehr enge Zeitplan erschien nach den Vorkommnissen nicht möglich, sodass wir schon seit Mitte des letzten Jahres an Ersatzplänen gearbeitet haben“.

Es gebe bereits mehrere Pläne, um die erforderlichen Flächen realisieren zu können – doch sei noch nichts spruchreif. Auf die wirtschaftliche Entwicklung von Elkamet habe der Verzicht auf den „Krummacker“ keinen Einfluss. Dazu Michael Parsch: „Bis jetzt bedeutet der Verzicht keine Auswirkungen auf unsere zukünftigen Pläne und damit auf unsere wirtschaftliche Entwicklung. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir mit einem unserer Alternativpläne das gewünschte Wachstum realisieren können.“

Stadt hält an Änderung des Bebauungsplans fest

Dass die Stadt mit Elkamet nicht ins Geschäft kommt, bedauert Bürgermeister Thiemig. „Aber die Welt geht damit für uns auch nicht unter“, sagt er. Denn: „Wir haben etliche sehr interessante Anfragen von anderen Firmen.“
Man dürfe nicht erwarten, nach Elkamet noch ein Unternehmen zu finden, das sich mit einem Schlag gleich für zwei Drittel des Gewerbegebiets interessiere. Aber das müsse ja auch gar nicht sein. Angesichts der laufenden Gespräche mit verschiedenen Firmen sei er auf jeden Fall optimistisch, den Krummacker vermarkten zu können. „Wir sind sehr gut unterwegs.“

Voraussichtlich schon in der nächsten Parlamentssitzung am 1. März wird laut Thiemig ­eine Grundstücksangelegenheit auf der Tagesordnung stehen, bei der es um den Verkauf einer Krummacker-Fläche geht.
Auch das laufende Verfahren zur Änderung des Krummacker-Bebauungsplans macht Thiemig keine Sorgen – es laufe wie gehabt weiter. Es sei schließlich nicht allein wegen Elkamet in Gang gebracht worden, betont der Bürgermeister. Vielmehr seien die Themen, um die es in der Bebauungsplan-Änderung geht, auch von anderen Firmen angesprochen worden. Der Änderungsentwurf erlaubt unter anderem Nachtarbeit und größere Gebäudehöhen im künftigen Gewerbegebiet.

Zweiter Bauabschnitt folgt noch in diesem Jahr

Allerdings enthält er auch eine geänderte Straßenführung. Der ursprüngliche Bebauungsplan sah eine Ringstraße vor, um alle Flächen im Gewerbegebiet anzubinden. Als Elkamet aber an zwei Dritteln des Gewerbe­gebiets Interesse zeigte, schien diese Ringstraße nicht mehr nötig. Und so nahm die Stadt in den Bebauungsplan-Änderungsentwurf anstelle der Ringstraße eine Stichstraße auf. Ob die nun noch ausreicht, wenn das Gewerbegebiet nun kleinteiliger vermarktet wird, steht noch nicht fest. Am derzeitigen Änderungsentwurf werde sich erst einmal nichts ändern. Geht alles nach Plan, wird das ­Parlament am 1. März über den Bebauungsplan entscheiden.

Auch die Bauarbeiten im künftigen Wallauer Gewerbegebiet laufen laut Thiemig ganz normal weiter. Vorgesehen ist demnach, dieses Jahr den zweiten Bauabschnitt umzusetzen – mit Entwässerung, Kanalisation und Regenrückhaltebecken.
Interessierte Firmen könnten dem Bürgermeister zufolge schon bald mit ihren Bauprojekten loslegen.

„Wir stellen die Erschließung im Laufe des Jahres fertig“, kündigt Thiemig an. Parallel zu den laufenden Erschließungsarbeiten könnten Unternehmen dabei durchaus schon ihre Bauanträge stellen und mit dem Tiefbau beginnen, sagt der Biedenkopfer Rathauschef.

von Susan Abbe und Andreas Schmidt

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