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Hinterland Idee etabliert sich: Reparieren statt entsorgen
Landkreis Hinterland Idee etabliert sich: Reparieren statt entsorgen
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15:55 10.07.2015
Während Gustav Ronzheimer im Oktober 2014 ein Fahrrad reparierte, ging ihm der Besitzer Manfred Simon zur Hand, was Bürgermeister Bernd Schmidt interessiert beobachtete. Quelle: Archivfoto
Dautphe

Während der Öffnungszeit stehen verschiedene Fachleute zur Verfügung: Elektriker, Näherinnen und ein Fahrradmechaniker. Sie bieten kostenlos ihre Hilfe beim Reparieren an. Zudem sind verschiedene Werkzeuge und Materialien vorhanden.

Und so funktioniert das Angebot: Besucher des Repair-Cafés bringen ihre defekten oder funktionsuntüchtigen Gegenstände mit. Sie sollten allerdings sauber sein, sagen die Veranstalter. Toaster, Lampen, Kleidung, Fahrräder, Spielzeug – alles, was nicht mehr funktioniert, kaputt oder beschädigt ist, kann mitgebracht werden.

Die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass die Reparatur geling. Die Fachleute im Repair-Café­ wüssten fast immer eine Lösung, bestätigen die Veranstalter, die Leitstelle „Freiwillig aktiv für Dautphetal“ und die Mittelpunktschule Dautphetal. Mit ihrer Aktion wollen sie zur Reduzierung von Müll beitragen.

Das sei notwendig, finden Roland Hartmann (Vorsitzender der Leitstelle) und Harald Becker (Leiter der Mittelpunktschule): „In Deutschland werfen wir unfassbar viel weg. Auch Gegenstände, denen fast nichts fehlt und die nach einer einfachen Reparatur wieder ordentlich zu gebrauchen wären. Leider ist das Reparieren vielen Menschen nicht mehr angesagt. Mit dem Repair-Café wollen wir das ändern.“

Das Repair-Café ist auch dazu gedacht, Menschen auf neue Art und Weise wieder miteinander in Kontakt zu bringen, sodass sie entdecken, dass sie über Wissen und praktische Fähigkeiten verfügen.

„Wenn man mit einem bis dahin Unbekannten ein Fahrrad, einen CD-Spieler oder eine Hose repariert hat, sieht man diese Person mit anderen Augen, wenn man ihr das nächste Mal auf der Straße begegnet“, sagt Hartmann. Zusammen reparieren mache zudem Spaß.

von unseren Redakteuren