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Hinterland „Ich würde es wieder machen“
Landkreis Hinterland „Ich würde es wieder machen“
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06:16 09.06.2012
Mit einem Gruß wie am Wahlabend verabschiedet sich die amtierende Kirschenkönigin Lara I. aus ihrem Amt.Archivfoto
Gladenbach

„Wenn man mich fragt, ob ich verlängern möchte, würde ich Ja sagen.“ So bestimmt lautet die Antwort von Lara Hartmetz auf die Frage, wie sie ihre einjäh-

rige Amtszeit als Kirschenkönigin fand. Vorher habe sie keine richtige Vorstellung davon gehabt, was es heißt Kirschenkönigin zu sein, dass sie viel unterwegs sein und mit einer Menge Leute, wie den anderen hessischen Majestäten oder gar dem Ministerpräsidenten, Bekanntschaft machen würde.

Ihre Bewerbung entwickelte sich ziemlich simpel. Schon ihre Mutter und auch die Schwester wollten eigentlich kandidieren, haben es aber doch nie gewagt. Als sie dann einmal laut darüber nachgedacht hatte, da „ging‘s in Rachelshausen zack rum und es gab kein Zurück mehr“, berichtet die amtierende Hoheit.

Die bekennende Pferdeliebhaberin reizte auch, die erste Rachelshäuserin zu sein, die zur Kirschenkönigin gewählt wird. Das hat sie geschafft, Dank des großen Fanclubs aus Rachelshausen, der die damals 16-Jährige am lautesten anfeuerte. Auch ihr Prinz, Janik Drösch, erwies sich als gute Wahl, trug er doch mit seinem glücklichen Händchen am Glücksrad dazu bei, dass ihr Ergebnis von den Mitbewerberinnen nicht getoppt werden konnte.

Dabei war er erst das Hauptproblem, oder eigentlich war das Problem überhaupt einen Prinzen zu finden. „Männer machen das nicht gern, sie sind wohl zu schüchtern“, lautet das Urteil der Pharmakantin, die eine Ausbildung bei CSL Behring absolviert. Zum Glück war Janik im Bekanntenkreis der Familie greifbar und nach einigem Zureden auch bereit, den Job im Eventualfall zu übernehmen. „Wenn man einen Freund hat, ist es einfacher“, vermutet Lara, obwohl ihr jetziger signalisiert hat, dass er es auf keinen Fall getan hätte.

Und was hat die Regentschaft für sie selbst gebracht? „Ich bin selbstbewusster geworden, kann offener und sicherer auf andere zugehen“, sagt Lara, die am heutigen Freitag ihren 17. Geburtstag feiert. Die Auftritte als Kirschenkönigin hat sie stets gern gemacht. „Ich hab mich so schön daran gewöhnt“, sagt sie. Das Zurechtmachen, schöne Kleider tragen, habe sie gern ausgeführt. Am liebsten trug sie dabei das „kleine Schwarze“ vom Wahlabend. „Darin habe ich mich am wohlsten gefühlt“, sagt Lara. Damit wird sie einem Gutteil der Gladenbacher, zumindest dem männlichen Teil, in Erinnerung bleiben, ebenso wegen der hochhackigen Schuhe, die sie bei ihren Auftritten trug, weil‘s „schöner zum Kleid passt“ und den „Brackets“, die ihr ebenso eine Einmaligkeit verleihen, wie die Tatsache, dass sie die erste Rachelshäuser Kirschenkönigin ist. Die Brackets, neudeutsch für Zahnspange, sollten eigentlich schon zur Wahl entfernt sein, nun „zieren“ sie sie immer noch. „Ich störe mich nicht mehr daran“, sagt sie zu ihrem zweiten Diadem, auf das sie bald ebenso verzichten wird, wie auf die richtige königliche Kopfzierde.

Falls sie nicht doch erneut antritt. Noch mal bewerben? Nein! Auf der Bühne und danach, war „alles nicht so schlimm“, sagt Lara, aber vor dem Zelt auf den Auftritt zu warten, das hat Nerven gekostet. Einen Tipp hat sie aber schon für ihre potenzielle Nachfolgerin: Sie sollte Spaß an öffentlichen Auftritten haben, gern anderen Leuten begegnen und sich so geben, wie sie ist.

Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 22. Juni

Am Abend des 29. Juni wird die Nachfolgerin der Kirschenkönigin Lara I. im Festzelt gekürt. Im vergangenen Jahr bewarben sich sechs junge Frauen um das Amt. Für die Wahl in diesem Jahr läuft die Bewerbungsfrist, die am Donnerstag, 22. Juni, um 12 Uhr endet. Bis dahin besteht noch die Möglichkeit, sich bei der Kur- und Freizeitgesellschaft (KFG) anzumelden. Teilnehmen können Mädchen ab 16 Jahren, die in Gladenbach oder einem der Stadtteile wohnen.

Vor der Wahl findet noch ein Gespräch mit der amtierenden Kirschenkönigin statt. Lara Hartmetz wird dabei alle Fragen der Bewerberinnen zum Amt beantworten und von ihren Erfahrungen berichten.

nWer an der Wahl teilnehmen möchte, kann sich während der Öffnungszeiten der KFG im Haus des Gastes oder unter Telefon 06462/201612 melden.

von Gianfranco Fain