Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Hospizdienst wird ausgezeichnet

Gladenbach Hospizdienst wird ausgezeichnet

Den Erwin-Ney-Stiftungspreis 2011 erhielt der Hospizdienst "Immanuel". Vereinsvertreter nahmen den Scheck in Höhe von 1000 Euro entgegen.

Voriger Artikel
Vorstand erhält grünes Licht für Klage
Nächster Artikel
Hermann Schorge ist neuer erster Mann in Lohras SPD

Werner Klingelhöfer (von links), Elisabeth Dörr, Landrat Robert Fischbach, Rita Graf-Künkel, Dr. Hermann Josef Wagener, Dekan
Matthias Ullrich, Werner Waßmuth, Rudolf Schneider, Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim, Bürgermeister Georg Gaul, Susanne Schnei

Gladenbach. "Da durch die festverzinsliche Geldanlage weniger Zinsen aus dem Stammkapital erwirtschaftet wurden, hat der Vorstand beschlossen, den gesamten Ausschüttungsbetrag an nur einen Preisträger zu spenden", berichtete Stiftungsvorsitzender Werner Waßmuth. 1999 wurde die Stiftung ins Leben gerufen. Der Lohrarer Erwin Ney hatte sein Vermögen in Höhe von 300000 Mark zur Verfügung gestellt. Seitdem werden die Zinsen des Stiftungskapitals jährlich ausgeschüttet. Zusammen mit seiner Stellvertreterin Elisabeth Dörr sowie dem Stiftungsvorstand überreichte Waßmuth einen Scheck in Höhe von 1000 Euro an Vertreter des Hospizdienstes "Immanuel"

"Wir erleben die Veränderungen unserer Gesellschaft hautnah auch bei uns in den Dörfern sowie in Gladenbach. Überall werden die Folgen des demografischen Wandels sichtbar. Menschen leben immer öfter allein in ihren Häusern, da die Kinder weggezogen sind, und manchmal gibt es nur wenige oder gar keine Verwandten mehr in der Nähe", sagte Waßmuth. Das Sterben eines lieben Menschen bringe Angehörigen oft an den Rand ihrer Kräfte. Daher sei es wichtig, dass man in einer solchen Situation nicht allein gelassen werde, selbst wenn nur mal eine Nachtwache, Besorgungen erledigt oder Gespräche geführt werden. "Genau diesen Dienst leistet der Hospizdienst mit seinen ehrenamtlichen Helfern und daher geht der Preis an den Verein", betonte Waßmuth.

Landrat Robert Fischbach erklärte: "Ich bin sehr glücklich über die Wahl des Preisträgers." Fischbach ging auf die Bedeutung des Ehrenamtes ein und betonte, dass dies eine wichtige und tragende Säule unserer Gesellschaft sei. Gerade die ehrenamtlichen Helfer des Hospizdienstes erfüllen oft die letzten Wünsche eines Sterbenden. Dieser Dienst sei kostenlos und stehe allen offen - unabhängig von Geschlecht, Nationalität oder Glauben.

Gladenbachs Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim hob ebenfalls die Arbeit des Hospizdienstes hervor. Dekan Matthias Ullrich, Vorsitzender des Hospizdienstes, und sein Stellvertreter Dr. Hermann Josef Wagener nahmen den Stiftungspreis entgegen. Beide betonten wie wichtig der Dienst der praktischen Nächstenliebe sei. Wagener erläuterte, dass zurzeit 20 Hospizhelfer ausgebildet werden, weil der Betreuungsbedarf bei der Sterbebegleitung stetig wachse. Den Hospizhelfern zollte er Respekt, denn noch immer sei das Sterben ein Tabu-Thema.

Obwohl der Verein auf Spenden angewiesen ist und sich der Vorstand über den Stiftungspreis freut, ist eine öffentliche Anerkennung und Würdigung der Arbeit sehr wichtig. Dies beschrieb Ullrich. Vor 15 Jahren hätten die Menschen die Notwendigkeit eines Hospizdienstes im Hinterland bezweifelt und auf die Familien hingewiesen.

"Mittlerweile haben sich aber die Strukturen auch bei uns stark verändert und deshalb ist es wichtig, dass das Leben neu gestaltet werden muss und dazu zählt auch der Hospizdienst, der sich besonders um die letzte Lebensphase eines Menschen bemühe", sagte der Dekan.

von Ingrid Lang

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr