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Holzkunst inspiriert mehr als 3.000 Menschen

Rauischholzhausen Holzkunst inspiriert mehr als 3.000 Menschen

Nicht nur anschauen, auch anfassen und ausprobieren gehörte zur Artinea. Die von Schreinern und Tischlern des Kreises Marburg Biedenkopf geprägte Kunstausstellung präsentierte viele interessante Ideen und Sichtweisen.

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Ein Elektro-Fahrrad aus Bambus und Aluminium sowie diverse Kästchen und  Schatullen und zogen die Blicke auf sich.

Quelle: Martina Becker

Rauischholzhausen. „Tischler und Schreiner können mehr als nur Türen und Fenster bauen.“  Auch die diesjährige Artinea ließ daran keinen Zweifel. 41 Ausstellerinnen und Aussteller, davon 20 Tischler und Schreiner hatten sich zum 5. Mal an die Werkbank gestellt, ihre kreative, künstlerische Seite hervorgeholt und einzigartige Möbelstücke, Gebrauchsgegenstände oder einfach nur Kunstobjekte gefertigt.

„Möbel für die letzte Reise“, extravagante, avantgardistische Sitz- und Tischmöbel, Küchenzeile, Leuchtelemente oder einfach nur Hingucker bestachen durch ihr Symbiose von Design und Funktionalität. Aussagestark wurden die Exponate vielfach auch durch das Zusammenwirken des Grundbaustoffs Holz mit anderen Materialien wie Stein, Beton, Stahl oder Glas.

Bei manchen Ausstellungsstücken waren es nur Alter und Ursprünglichkeit des Holzes, was für sich kunstvoll wirkte. Geschliffene und geölte Olivenbaumwurzeln oder alte, mit Blattgold belegte Eicheholzbalken lenkten die Blicke auf sich. Ganz andere Emotionen und Interessen sprach „Daimlers Petroleumreitwagen mit der Antriebstechnik von morgen“ an. Das aus Bambus und Aluminium gebaute Elektrofahrrad mit Allradantrieb und Tagfahrlicht besetzte ein einzigartiges Thema der „Qualitätsausstellung“. Eingebunden in diese vom Holz geprägte Kernausstellung waren Bilder, Skulpturen, kunstvolles Porzellan, Fotografien oder Beleuchtungsideen. Im Vorhof des Schlosses sorgten beispielsweise ein aus bunten Mosaiken gefertigtes, glitzerndes „Elefantentor“ sowie geheimnisvolle Lichtelemente für Inspiration.

„Die Artinea lebt vom Außergewöhnlichen“, sagte Horst Barthel, der als künstlerischer Leiter für die Ausgewogenheit der Ausstellung gesorgt hatte. Zu sehen waren ausschließlich Unikate, die eigens für die Veranstaltung entworfen und erstellt wurden. Zu verdanken ist diese Veranstaltung der Idee von Stefan Becker, Obermeister der Tischlerinnung Marburg und  Reinhold Merte, Obermeister der Schreinerinnung Biedenkopf. Sie wollten damit das Image der Schreiner und Tischler „verbessern“. Durch eine Zusammenarbeit beider Innungen in Kooperation mit der Stabsstelle Wirtschaftsförderung des Landkreises Marburg-Biedenkopfs und dem Zutun zahlreicher Sponsoren wurde die Umsetzung möglich.

Die erste Artinea fand 2003 statt. Seitdem hält sie alle zwei Jahre Einzug ins Schloss. Der Erfolg gibt den Vätern der Veranstaltung heute mehr als Recht. „Schreiner von überall fragen nach, ob sie mitmachen können“, erzählte Becker. „Die Artinea ist ein über den Landkreis Marburg-Biedenkopf hinaus bekanntes Highlight“, rühmte Landrat Robert Fischbach. So waren in diesem Jahr auch Aussteller aus Hamburg, Freiburg und Italien vertreten. Auch Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz freute sich, eine solche Veranstaltung in seiner Gemeinde haben zu dürfen.

„Das ist alle zwei Jahre das Sahnehäubchen“, gab er seiner Begeisterung Ausdruck. Dass die Arrangements den Besuchern gefielen, zeigte sich schon bei der Vernissage am Freitagabend, zu der rund 250 Gäste geladen waren. Die zwei folgenden Ausstellungstage bestätigten bisherige Erfahrungen, dass die Veranstaltung von Interesse für ein breites Publikum war. Rund 3.000 Menschen kamen zur gelungenen Ausstellung nach Rauischholzhausen.

von Martina Becker

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