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Holzhäuser greifen Nabu wegen Klageverzicht an

Windpark Hilsberg Holzhäuser greifen Nabu wegen Klageverzicht an

Vor rund einer Woche gab der Landesgeschäftsführer Hartmut Mai die Entscheidung des Nabu bekannt, wegen des geplanten Baus von Windrädern auf dem Hilsberg nicht mehr den Klageweg zu beschreiten.

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Holzhausen. Nach einer anfänglichen Sprachlosigkeit seitens der Mitglieder der Holzhäuser Bürgerinitiative, die sich vom Nabu „verraten fühlen“, zieht nun ein Sturm der Entrüstung gegen den Nabu auf. Im Mittelpunkt der Zielscheibe befindet sich Mai. Zwei an ihn gerichtete Briefe von Sibylle Ossenbach-Beinborn und Dieter Jurkat erreichten am Mittwochabend auch die OP.

Zu den darin erhobenen Vorwürfen und Fragen nimmt Landesgeschäftsführer Mai in der OP Stellung: Der Nabu Hessen wolle zwei wichtige Ziel möglichst im Einklang umsetzen. Zum einen die Energiewende, wie sie die Nabu-Gremien auf Bundes- und Landesebene beschlossen haben, und zum anderen den Artenschutz. Dabei müssten die Eingriffe, die der Ausbau der Windenergie zweifelsfrei mit sich bringe, so gehalten sein, dass auch künftig der Rotmilan in einer arterhaltenden Bestandsgröße leben und sich fortpflanzen kann.

Somit bedeute dies als Ziel für den Hilsberg, ihn nicht komplett windkraftfrei zu erhalten, sondern bestehende Gefahren zu minimieren und durch Veränderungen in der Landnutzung eine Verbesserung von Lebensgrundlagen zu erreichen.

Eine in diesem Jahr 2012 ermittelte Raumnutzung habe ergeben, dass sich der Rotmilan maßgeblich in der Feldgemarkung zwischen dem Hilsberg und der freien Landschaft um Bottenhorn aufhält und dort jagt.

Situation für Rotmilan trotz neuer WKA verbessert

Große Gefahren bilden dabei die beiden „alten“ Windkraftanlagen westlich des „Scheid“ und die Freileitung im Perftal. Diese würden nun nach Absprache zwischen Gemeinde und Nabu entschärft oder beseitigt. Zusätzlich würden Nahrungsräume verbessert und ein Brutplatz auf Dauer vor forstlichem Eingriff geschützt.

Würden die Windkraftanlagen (WKA) nach Westen aus den Wald heraus und außer Sichtweite von Holzhausen verlegt, würde dies für den Rotmilan eine massive Verschlechterung seines Lebensraumes bedeuten.

All dies führe dazu, dass der Nabu die Situation für den Rotmilan trotz neu gebauter WKA am Hilsberg als verbessert ansieht und somit auch den Artenschutzauftrag. „Den Vorwurf, den Artenschutz ,verraten‘ zu haben, weisen wir zurück und sehen auch keine fachliche Begründung hierfür“, sagt Mai.

Vogelflug: über Hilsberg kein Hauptzugkorridor

Zu den weiteren Vorwürfen erklärt Mai: Über den Hilsberg seien - wie bei fast allen hessischen Mittelgebirgen - zwar Vogelzugbeobachtungen zu machen, es befinde sich aber hier nach Nabu-Erkenntnissen kein den Berg querender Hauptzugkorridor.

Zudem sei zu erwarten, dass die Genehmigungsbehörde den Antrag der Gemeinde artenschutzrechtlich prüft und mit weiteren Auflagen versehen wird.

„Bei allem Verständnis für die Interessen der Holzhäuser Bürger steht für den Nabu fest, dass diese Interessen nicht mit Artenschutzargumenten durchgesetzt werden können, denn würde dies der Nabu vertreten, würde sich der Verband bezüglich seines Ziele, die Umsetzung der Energiewende zu unterstützen, unglaubwürdig machen und zwar nachhaltig.“ Diese Position wurde vom Nabu mehrfach deutlich gemacht war der BI Holzhausen von Beginn an bekannt.

von Gianfranco Fain

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